WM 2009 in Solothurn/Schweiz - Tag 3

Bild von simon.dueckert

Keynote: Prozessorientiertes Wissensmanagement - Chancen in turbulenten Zeiten

  • Referent: Markus Junginger
  • Produkte von Festo: Wartungseinheit, Steuerung (Mechatronik), Antrieb mit Sensoren, Sauggreifer, Vertilinsel, Vakuum-Generator. Programm: Individualität als Standard.
  • Wissen ist Rohstoff: Wissensmanagement, Lebenslanges Lernen, Innovation und breites technologisches Fundament.
  • Aussage Vorstand: "... wir starten nur noch Projekte, die innerhalb von 6 Monaten einen positiven Nutzen generieren".
  • Prozessorientierung im Wissensmanagement als Kern der Strategie: "Knowledge Management is a sum of methods to increase the productivity of our business processes, and therewith leading to an enhanced competitive position".
  • WM Modell: Communication and Codification between Business Processes. Integrated Knowledge Exchange Framework (Communication layer, Integration layer, Application and Codification layer) unterstützt distribute, use, generate & capture knowledge. Gestaltungsfelder: Kultur&Communities, Portalintegration, Structured Knowledge Bases, Open Collaboration Tools.
  • Die Wissensnetzwerke sind in 15 strategisch definierten Wissensgebieten etabliert, z.B. Virtual Management Meeting, Customer Solutions, RSC/NSC, AMI, Sugar Industry, Process Automation, Collaboration, Mobile Pneumatics, Drives, Festo Value Production.
  • SharePoint (MOSS) und Web Conferencing sind momentan wichtige Werkzeuge.
  • "Chancen nutzen mit der Initiative Sales Push, die Produktwissen, Anwendungswissen und Wettbewerberwissen (Compedia) unterstützt".
  • Verstärkter Einsatz von Videokonferenzen (z.B. in Kombination mit SharePoint Nutzung) und Videokonferenzschulungen. Vorteil ist, dass bisher immer das Präsenztreffen bevorzugt war und deswegen weltweit ein "Vertrauensnetzwerke" bestehen (z.B. "Virtual Sales Meeting", 3 Stunden, 18 Länder, über 100 Teilnehmer). Die Rolle des Facilitators ist bei virtuellen wichtiger als bei persönlichen Besprechungen.
  • Auf dem Weg 2.0? "Experimente" mit Sozialer Software (Instant Messaging, Podcast, Wiki, Weblog) laufen.
  • "Krisenfestes Wissensmanagement": Beitrag zur Kostensenkung, Marktbereinigung unterstützen, Wissenstools bei Personalknappheit, Dialogorientiert, Wettbewerbsvorteile ausschöpfen, Schwung für den Aufschwung.

Personenorientierte Ansätze zum Transfer von Wissen und Erfahrungen bei AIRBUS

  • Referent: Alexander Katzung
  • Airbus: 57.000 Mitarbeiter an 12 Standorten, 12 Flugzeugtypen, Produktlebenszyklus > 30 Jahre.
  • Extended Enterprise: Wissensmanagement über die Unternehmensgrenze hinweg ist notwendig.
  • KM Solution Portfolio: KMOD (KM Overall Diagnosis, Ergebnis ist Wissensmanagement-Roadmap), ExTra (ExpertiseTransfer, Transfer Knowledge), Yellow Pages (Find the Expert), Professional Networks (Help people to communicate), Innovation Management (Help to create new knowledge), RISE (Reuse Improve Share Experience, Reuse&Capture Lessons Learnt), KCP (Knowledge Capturing and Publishing, Kern ist der Redaktionsprozess, Capture product and process knowledge in hypertext, unterstützt durch Wikis), Business Search (Google für Airbus, Search accross databases, Eigenentwicklung).
  • ExTra
    • Ziele von ExTra: 1. Schutz vor Wissensverlust 2. Wissens- und Erfahrungstransfer. Anwendung bei Ausscheiden, Stellenwechsel (Fach- und Führungswechsel), über 300 mal angewendet, große Akzeptanz und Werschätzung (interner Award for excellence Winner 2006+2007). Ein Wechsel kostet zwischen € 3.000-8.000,-.
    • ExTra-Prozess: 1. Identifikation (bestimmt durch das sog. Transfernetzwerk, HR u.a.) 2. Kick-off Meeting (Line Manager, Vorgesetzter, Experte, Nachfolger) mit dem Ziel von allen formale(!) Zustimmung zu bekommen 3. Diagnose (Einzelgespräche mit Experte: Welche Wissensgebiete? Prioritäten? Dokumentation vs. Kommunikation? Wichtigste Aufgaben und Themen? Manager: strategische Perspektive? Ressource? Nachfolger: Bedarfe?) 4. Aktionsplan (Welches Wissen mit welcher Methodik zu
    • ExTra-Aktionen können z.B. Moderierte Gespräche (Triadengespräche), Moderierte Workshops, Weitergabe Kontaktinformationen und des Netzwerks, Übergabe Dokumente/Archiv/Laufwerk, Erstellung von FAQ, Erstellung von komplexen Trainngsmodulen, Erstellung von komplexen Trainingsmodule, Erstellung "Knowledge Books" (Wiki), Strukturiertes Dokumentieren von Lessons Learnt und Best Practice sein. Wissensmanagemetn-Abteilung hat Rolle des Moderators und Prozessbegleiters (Entscheidende Funktionen sind Präsenz(!) und Intervention).
    • ExTra-Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen: 1. Konsequente Orientierung an den individuellen Bedürfnissen der beteiligten Personen 2. Partizipative Vorgehensweise 3. Committment des Vorgesetzten und aller beteiligten Personen 4. Die Erstellung eines konkreten Aktionsplans bzw. Curriculums (kommt sehr gut an) 5. Konzentration auf interaktionsorientierte Methoden und Orientierung an konkreten Arbeitssituation (Anm.: Orientierung an täglichen Aufgaben = situiertes Lernen, s.a. Etienne Wenger und CoPs) 6. Organisatorische Einbettung durch das Transfernetzwerk und tranparenter Prozess mit Feedbackschleifen (Feedbackbogen) 7. Qualifikationen, Kompetenz und Integrität des Prozessbegleiters.
  • RISE
    • RISE-LL: Strukturierte Erfassung von Lessons Learned, 32 LL Workshops in 2008 (Startjahr), 175 Mitarbeiter in der Methodik in 25 Traings trainiert, 2762 LL in Tool gespeichert.
    • RISE-Konstellationen: 1. Teilnehmer nur Wissensgeber, Identifizierung und Priorisierung von LL (z.B. wenn nur 2 Stunden Zeit) 2. Teilnehmer nur Wissensgeber, Identifizierung, Priorisierung und Dokumentation von LL (1 Tag) 3. Wissensgeber und Empfänger, Identifizierung, Priorisierung, Erarbeitung und Austausch (Kommunikation von LL (Vorteil: Wissensgeber wissen, wer profitiert!) (ab 1 Tag). Die Form 3 soll in Zukunft gefördert werden, d.h. es werden systematisch potentielle Wissensempfänger im Unternehmen identifiziert und eingeladen.
    • RISE-Prozess: 1. Projektabschnitte und Herausforderungen (wesentliche Schritte, kritische Ereignisse, Hürden, Besonderheiten) 2. Bewährte Lösungen (Erfolgsgeheimnisse, Lösungen) 3. Optimierungspotential (Verfahren in Zukunft, Verbesserungen
    • LL-Template: 1. Titel (relevant, prägnant, eindeutig) 2. Descriptions (Autor, Datum etc.) 3. Subject & Context (Beschreibung der Situation, Umstände, Rahmenbedingungen) 4. Applied Solutions 5. Recommendation (Wie kann die Situation vermieden werden? Was kann verbessert werden?). In der Darstellung ist die Gliederung 1. RISE Card Identification 2. Classifications 3. Content 4. References.
    • LL-Prozess: Populate & Validate (Create (Draft LL), Manage, Approve(Approved LL)), Reuse (Search & Suggest (LL List), Recieve & Search (LL Card))
    • RISE LL Erfolgsfaktoren: 1. Umsetzung & Nutzen (müssen für die Teilnehmer erkennbar sein) 2. Ressourcenplanung 3. Commitment der Vorgesetzten und Teilnehmer 4. Der Blick nach vorn 5. Definition von Aktionen und Präsentation der Ergebnisse 6. Moderation, offene Atmosphäre & Vertraulichkeit (z.B. auch informelle Gespräche, Kaminabende) 7. Gemeinsame Diskusson und Erstellung von LL im Workshop 8. Einbetting in die Arbeitsroutine und Zielvereinbarung 9. Interaktion & Einbeziehung von Wissensempfängern.