Knowtech 2010 - Tag 2

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Wissensmanagement als integraler Bestandteil der Unternehmensberichterstattung

  • Referenten: Kay Alwert, Ulrich Schmidt
  • "Vielleicht haben wir alle den Fehler gemacht, zu sehr auf quantitative Modelle zu vertrauen" (ehem COO Roland Berger)
  • In fünf Jahren wurden 42 Wissensbilanzen erstellt (in den einzelnen Geschäftsbereichen), das Instrument wird sowohl für die Unternehmenssteuerung und Organisationsentwicklung (intern), als auch für die Außendarstellung (im Geschäftsbericht) verwendet
  • Wissensbilanzen werden in 2 Workshoptagen erstellt, es ist nicht sinnvoll, das jedes Jahr zu machen, da aus dem Prozess heraus Maßnahme definiert werden, deren Effekt nach einem Jahr noch nicht zu erkennen ist. EnBW verwendet einen Zweijahresrhytmus
  • Aus 12 Einzel-Wissensbilanzen wird eine Konzernauswertung gemacht (siehe Vortrag auf Knowtech 2009)
  • Entwicklung der Darstellung über die Zeit:
    • 2005: Kapitel "Wissensmanagement" (4 Seiten), mit WB-Ergebnissen, Auflistung von Indikatoren für das Humankapital und Erläuterung der Standardeinflussfaktoren
    • 2006: Kapitel "Wissensmanagement (5 Seiten), Inhalt wie 2005
    • 2007: Kapitel "Wissensmanagement (2 Seiten)
    • 2008: Kapitel "Werte, Ziele, Strategie (3 Seiten, Thema hat kein eigenes Kapitel mehr!), in einer Unterüberschrift taucht "Personalentwicklung durch Wissensmanagement" auf, in dem auch der Hinweis auf die Wissensstafetten-Aktivitäten (Expert Debriefing) enthalten sind; Erläuterung der Standardeinflussfaktoren im Glossar
    • 2009: Kapitel "Unternehmenssituation des EnBW-Konzerns, Nicht-materielle Vermögenswerte" und "Mitarbeiter" (4 Seiten, obwohl der Geschäftsbericht nochmal gekürzt wurde), Aufteilung in die Kapitel ist gut, weil das Thema Wissensmanagement in die einzelnen Geschäftsprozesse "diffundiert"

Enterprise 2.0 Fallstudien - Aus Erfahrungen lernen

  • Enterprise 2.0 Definition: Nutzung von Social Software in Unternehmen
  • Studien: "Serious business Web 2.0 goes corporate" (Economist Intelligence Unit 2007), BITKOM 2008, McKinsey 2008 und 2009
  • Was braucht der Praktiker für die Umsetzung
    • Gute Argumente
    • Gute Beispiele/Anregungen (Beispiele, organisationale Randbedingen)
  • Geschichte des Fallstudiennetzwerks
    • Enterprise 2.0 (21 Fallbeispiele mit jeweils 2-6 Seiten)
    • Web 2.0 in der Unternehmenspraxis (8 Fallbeispiele mit jeweils 10 Seiten)
    • http://www.e20cases.org (Uni der Bundeswehr München, European Business School, Uni St. Gallen, TU Graz), Zielgruppen: für die Praxis, Wissenschaft, Lehre, Presse, das eigene Unternehmen (Plattform basiert auf Wordpress)
  • Qualitätsstufen der Fallstudien: Bronze, Silber, Gold, Orange (YES, orange is best ;-)
  • Zur Beschreibung der Fallstudien wird ein einheitliches Fallstudienraster verwendet
  • Andrew McAfee hat gemeinsam mit Socialtext begonnen, eine Enterprise-2.0-Fallstudien-Sammlung mit dem Titel Cases 2.0 zu erstellen
  • Aus den Fallbeispielen wurden Barrieren und Erfolgsfaktoren analysiert (Belmega 2010)
  • Aktuell gibt es 46 Fallbeispiele auf der Plattform

Wissensmanagement bei ThyssenKrupp - Mit Communities of Experts Wissenspotentiale erschließen

  • Referenten: Hans-Georg Schnauffer (ThyssenKrupp), Marc Nitschke (Cogneon)
  • Community-of-Expert-Defintion (CoE): Gruppe von Personen, gemeinsames Interesse, geschäftsrelevantes Themengebiet, Standortübergreifend
  • Weltweit über 400 Tochtergesellschaften (75% davon KMUs mit < 250 Mitarbeiter) machen den Community-Ansatz geeignet, Austausch über die eigene Oganisation hinweg
  • Differenzierung zum "persönlichen Netzwerk"
  • Argumentationskette: durch den Zugriff auf das Wissen der Mitarbeiter ist ThyssenKrupp besser als andere und das rechtfertigt einen höheren Preis
  • Auf dem Kontinuum von Selbstorganisierte Zusammenarbeit (Idee, Innovationen) zur formalisierten Zusammenarbeit (Umsatz, Kosten, Profitabilität) sind Communities eher links angesiedelt
  • Von den drei Organisationstypen Aufbauorganisation, Ablauforganisation (Projekt-/Prozessorganisation) und Netzwerk-/Wissensorganisationen ist meist nur die erste und im bestenfall die zweite explizit ausgestaltet (Anmerkung: siehe auch Konzept der "Hypertextorganisation" nach Nonaka in "The knowledge-creating company").
  • Der Commuity-Koordinator ist DIE kritische Rolle/DER kritische Erfolgsfaktor bei Communities
  • CoEs bestehen aus einem Kernteam, einer "Corona" der aktiven Mitglieder und periphere Mitglieder ("Lurker"); die Lurker sind auch ein wichtiger Bestandteil, da sie Multiplikatoren sind und Wissensnutzung praktizieren (Wissensdiffussion)
  • CoEs unterstützen die hierarchische Aufbauorganisation: Qualitätsverbesserung, Beschleunigung, Meinungsbildung, Vertrauensbildung, Transfer (Auf dieser Basis könnte man eine detaillierterte ROI-Analyse machen, die spannende Frage ist aber eher "Können wir es uns leisten, das nicht zu machen?")
  • Morphologischer Kasten der Community-Gestaltung und Ausprägungen
  • Das ThyssenKrupp worknet wird als Plattform verwendet, um Communities zu unterstützen, aufgehangen sind die CoEs im Hauptnavigationspunkt "Fachwissen und Fachgebiete", aus der gewünschten Konfiguration wurden "Community Spielregeln" abgeleitet
  • Mittlerweile wurden 20-30 CoEs zu strategisch relevanten Themen initialisiert
  • Prozess CoP-Initialisierung
    • Experten identifizieren und einbinden (z.B. Ermittelung von Kollegen mit Interessensgebiet "Wissensmanagement" auf Xing, sehr positive Rückmeldung der Kollegen wie "endlich kümmert sich mal jemand", Datenschutzbestimmungen werden natürlich eingehalten)
    • Wissenslandkarte strukturieren (ThyssenKrupp worknet Seiten vorbereiten und abstimmen)
    • Wissenslandkarte inhaltlich untersetzen (Inhalte erstellen und abstimmen)
    • Freischalten und Promotion der Inhalte im ThyssenKrupp worknet
    • Community konzernweit auf- und ausbauen (Community als Experten-Gremium etablieren)

Web 2.0 @ Deutsche Telekom

  • Referenten: Frank Schrader und Michael Wand (Deutsche Telekom), Jörg Hermes (Detecon)
  • Idee für Wiki ist Ende 2008 entstanden, Sponsor war CEO (Hr. Clemens)
  • DIe Anfänge waren
    • "Untertisch Wikis" (inoffiziele Wikis)
    • Telekom Blogs (Blog-Plattform)
    • T-System CEO Blog (Hr. Clemens), nach wie vor einer der erfolgreichsten Blogs
    • T-Systems PQIT (Wiki-Anforderungs-Workshops)
    • People Network
  • Erfolgsfaktoren: Human Interface Guidelines und Telekom BarCamps
  • Confluence hat sich in der Technologieauswahl gegen Mediawiki durchgesetzt
  • Achtung: defensiver Umgang mit Plugins ist wichtiger Erfolgsfaktor
  • Das Enterprise 2.0 Ökosystem der Deutschen Telekom
    • Telekom Wiki (Unternehmenswiki, für alle 240.000 Mitarbeiter) Tag Cloud mit aktuellen und beliebten Beiträgen, meine Favoriten, Welcome-Nachricht mit 1-2-3-Anleitung zum Beitrag schreiben und einem Beitrag der Woche. Es gibt ein "Wiki Cafe" eine Art zentrale Anlaufstelle zum Dialog/Austausch für alle Nutzer)
    • MyWiki (Wiki-Plattform = Wiki-Farm): 27.000 Seiten, 20.000 registrierte Nutzer, ca. 850 Wikis. Startseite: das tut sich in Ihren MyWikis, Ihre Favoriten, Ihre MyWikis, MyWiki Nachrichten.
    • Telekom Blogs
    • Social Media Search
    • People Network (vergleichbar mit Xing/LinkedIn): freiwillige Nutzung (wichtiger Aspekt in der Betriebsratsverhandlung), aktuell ca. 4.600 aktive Nutzer und 1.700 Treffpunkte (Anmerkung: ähnlich Topic Hubs).
    • Bei den drei Zielgruppen Top-Management, mittleres Management und andere Mitarbeiter ist die Adoption im mittleren Management am größten
  • Top-Manager wurde direkt geschult (Ansatz: Reverse Mentoring)
  • Wichtige Aspekte während der Einführungsphase
    • Migration bereits vorhandener Inhalte aus dem Wiki des SystemsNet
    • Erlaubnis nicht-unternehmensbezogener Seite, z.B. Sportmöglichkeiten
    • Wiki Café :-) mit Tipps&Tricks zur Nutzung sowie Möglichkeit, Feedback und Wünsche zu dokumentieren
    • Richtlinie zur Nutzung und Etikette (Social Media Policy)
    • Wiki-Blog zum TelekomWiki von der Unternehmenskommunikation zur allgemeinen Diskussion
  • Erfahrung zur Nutzung von Confluence "Out of the box":  ein Usability-Test ergab, dass ein kompettes redesign gemacht wurde. Auf dieser Basis wurden "Human Interface Guidelines" mit Grundsätzen, Regeln und "Patterns" erstellt (Anmerkung: siehe auch Buch Social Interface Design).
  • Telekom Barcamp ist 2008 gestartet (im Oktober 2010 findet das 6 Telekom BarCamp statt). Mittlerweile bis zu 400 Anmeldungen. Anpassungen der Unconference-Methode
    • Session werden einige Wochen vorher zusammen im Wiki geplant
    • Fachbereiche können sich als Sponsoren einbringen und Kostenpakete übernehmen
    • Sowohl interne als auch externe Theme dürfen vorgestellt werden
    • Teilnehmerkreis ist offen ... allerdings nur für Konzernmitarbeiter
  • Ausblick: in Zukunft geht es um die Integration von Telekom Blogs, Telekom Wiki und People Network zu einer integrierten Plattform. Aktuell wird SharePoint in breite eingeführt. Long list hatte noch 10 Systeme, Entscheidung soll im Oktober/November 2010 getroffen werden, Implementierung in 2011.

Getting Things Done by agile Knowledge Workers

  • Referenten: Heinz Erretkamps, Inga Löh (Johnson Controls)
  • Geschichte: Papier "The new new product development process" von Nonaka (1986), Agile Management Framework (Sutherland, Schwaber, 1995)
  • Heinz besuchte 2007 eine 1-Tages Srum-Einführungsschulung mit Boris Gloger im Rahmen der Cogneon Akademie in Erlangen, danach wurde Scrum als agile (Projekt-)Management-Methode wurde in die Organisation getragen
  • Scrum Basis-Methode bestehend aus Sprint, Daily, Sprint Reflection und Sprint Review Meeting und Rollen Scrum Master, Team, Product Owner und Customer.
  • Brücke zum Plenungsvortrag von Erik Händeler mit dem Zitat "von der Kultur der Zusammenarbeit hängt der Wohlstand in der Wissensgesellschaft ab). Mit Scrum wird eine neue Kultur der Zusammenarbeit in der Organisation etabliert.
  • Super: der Vortrag war kein "Frontalunterricht", sondern wurde interaktiv mit der Methode Scrum als Basis gehalten (Task Board)
  • "Bei jedem Sprint fängt bei uns ein neues Leben an - und das ist gut!"
  • Bei der Retrospektive werden drei Fragen gestellt:
    • Was war wichtig für Dich (auch persönliche Themen)?
    • Was ist gut gelaufen?
    • Was hat gut funktioniert?
    • Was kann verbessert werden?

Kollaborative Verwaltung von Vorschriften in der Bundeswehr mit SemanticWiki

  • Referent: Dennis Mark Busch
  • Software: Semantic Mediawiki
  • Im Wiki wird den einzelnen Seiten eine "Bedeutung" zugewiesen (z.B. Glossareintrag, Einheit). Darüber ergeben sich dann Informationseinheiten, die der Inhalt erfordert.
  • Im Wiki ist ein Bewertungsmechanismis (5-Stern-Bewertung) vorhanden.
  • Am oberen Bildrand werden drei Top-Autoren gelistet.
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