Indikatoren für das Humankapital

Bild von simon.dueckert

Der Wandel von Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft, in dem wir uns befinden, ist auch bei den Managementmethoden klar erkennbar. Schon Peter Drucker hat vorhergesagt, dass sich das Rollenverständnis von Managern und Arbeitern durch die Tatsache, dass die "knowledge worker" in einer "knowledge economy" die Produktionsfaktoren besitzen, verändern werden muss. An folgenden beiden Strategie- und Controlling-Methoden kann man das schön erkennen.

Bei der Balanced Scorecard geht es darum, neben der Perspektive Finanzen (Shareholder-Orientierung), auch die Perspektiven Kunden (Kundenorientierung), Prozesse (Prozessorientierung) und Lernen&Wachstum (Lernende Organisation, Wissensmanagement, Innovationsmanagement) zu betrachten.

Die Wissensbilanz made in Germany ist der Balanced Scorecard sehr ähnlich. Hier werden die Kapitalarten Humankapital (Kompetenzen, Fertigkeiten, Motivation), Strukturkapital (Strukturen, Prozesse) und Beziehungskapital (Kundenbezehungen, Lieferantenbeziehungen) verwendet.

Bei beiden Ansätzen steht also der Mensch als Wissensträger stärker im Mittelpunkt als bei eher tayloristisch geprägten Methoden. Die Schwierigkeit in der Praxis besteht oftmals darin, geeignete Indikatoren für die einzelnen Perspektiven zu identifizieren. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung schlägt in ihrem PraxisPapier 02/2005 "Human Capital Management" (S. 11) folgende 25 Indikatoren vor (detaillierte Beschreibung im PraxisPapier):

  1. Kompetenzträger
  2. Mindestverweildauer der Mitarbeiter
  3. Nachfolger für Know-how-Träger
  4. Örtliche Mobilität
  5. Einsatzflexibilität
  6. Flexible Belegschaft
  7. Auszubildende
  8. Weiterbildungsquote
  9. Passung von Leistung und Anforderung
  10. Leistungsträger-Portfolio
  11. Potenzialstärke für Führungspositionen
  12. Wissen teilen
  13. Arbeitgeberattraktivität
  14. Bindung von Leistungs-/Potenzialträgern
  15. Mitarbeitercommitmentindex
  16. Interne Besetzungen
  17. Führungsqualität des direkten Vorgesetzten
  18. Zielvereinbarungs- und Vergütungsumfang bei Führungskräften
  19. Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung
  20. Ausschöpfung des variablen Entgeldsystems bei Führungskräften
  21. Umsetzung Führungsinstrumente
  22. Mitarbeiterproduktivität
  23. Strategiedruchdringungsquote
  24. Zufriedenheit mit der Arbeitsqualität
  25. Prozessqualität