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Eins und eins macht mehr als zwei

"Eins und eins macht mehr als zwei" ist der Titel eines Beitrags in der Juli-Ausgabe von Gehirn & Geist, der sich mit der Kooperation zwischen Menschen befasst. Geht es in dem Bericht auch um Tango Tanzen oder Farbbestimmung scheint mir die Frage interessant, wie die Ergebnisse der zitierten Studien sich auf den Arbeitsalltag auswirken (müssten).
- Schottische Forscher stellten z.B. fest, dass sich Menschen, um die Zusammenarbeit zu erleichtern, schnell und unwillkürlich auf gemeinsame Begriffe einigen. Das mag auf die informelle Konversation zutreffen (Nennt jemand im Gespräch ein türkis-farbenes Kleidungsstück grün, wird der Gesprächspartner diese Farbbezeichnung im Normalfall übernehmen), scheint aber in Unternehmen nicht so reibungslos zu funktionieren - warum sonst Terminologie-Projekte und Einsatz von Ontologien aller Orten, mit dem Ziel Missverständnisse zu vermeiden?
- Telefonkonferenzen sollten durch Videokonferenzen ersetzt werden: Eine weitere Studie ergab, dass gemeinsame Aufgaben besser bewältigt werden, wenn sich die Partner dabei "im Blick haben" (es ging nur um Bauklötzchen, eine gute Zusammenarbeit kann aber durchaus auch bei größeren Bauwerken nützlich sein). Sich sehen zu können, unterstützt eine wichtige Fähigkeit, die wir Menschen anscheinend besitzen: Wir können nach nur kurzer Kennenlernphase die Handlungen des anderen vorausahnen und unsere Handlungen schon anpassen, bevor der andere seine ausgeführt hat.
- Das hilft uns beim richtigen Timing: "Ein Kajak, bei dem beide vor jedem Ruderschlag erst einmal abwarten, was der andere macht, dreht sich schnell im Kreis." (Das steht in Widerspruch zu vielen Kommunikationsratgebern, die davor warnen, zu glauben, man wisse, was der andere denkt, und darauf zu reagieren, noch bevor diese Ahnung verifiziert ist.)
Fazit des Beitrags: "Das gemeinsame Handeln [hat] tiefe Wurzeln in unserem Wahrnehmen und in unbewussten Prozessen [, so dass] Kooperation keine soziale Pflichterfüllung [ist], zu der wir uns erst aufraffen müssen - sondern: Wir können garnicht anders."
Doch. Wir können anders. Leider.
- Weblog von kerstin.buecher
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