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Mit Wissensmanagement gegen den Fachkräftemangel (Newsletter 07/2011)
Editorial
Liebe Leser,
nach einem Monat Pause, den wir für den Umzug in unser neues Zukunftszentrum Wissensmanagement nach Nürnberg genutzt haben, gibt es jetzt die neue Ausgabe unseres Newsletters. Und natürlich berichten wir auch über unsere neue Niederlassung in der fränkischen Metropole. Hauptthema ist diesmal jedoch der demografische Wandel und der Fachkräftemangel in den wissensintensiven Branchen: Wissensbewahrung und Wissensmanagement werden angesichts dieser Entwicklungen immer wichtiger.
Noch ein Hinweis: mit diesem Newsletter stellen wir die Betreffzeile um. Der Betreff wird in Zukunft immer schon das Schwerpunktthema des Newsletters enthalten, so dass Sie auf einen Blick sehen können, worum es im Newsletter geht.
Am bequemsten lesen Sie unsere Newsletter wie immer online.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Simon Dückert
Inhalt:
- Simon Dückert unterwegs: Rundgang im Zukunftszentrum Wissensmanagement
- Aus der Praxis: 1. Treffen der Expert Debriefing Benchmark Gruppe
- Aus der Wissenschaft: Mit Wissensmanagement gegen den Fachkräftemangel
- Cogneon 2.0: Die Cogneon-Community zieht um
- Do it yourself: E-Mails organisieren mit OutlookStatView
- Termine: Cogneon unterwegs
Simon Dückert unterwegs: Rundgang im Zukunftszentrum Wissensmanagement
Regelmäßige Besuche in unserer neuen Niederlassung in Nürnberg gehören zu den schönen Pflichten: Unser neuer Standort im Rilkepark (Bucherstr. 79a), einer ehemaligen Elektrofabrik, nimmt Gestalt an! Bis zum 10-jährigen Geburtstag von Cogneon am 21. Dezember wird alles fertig sein. Doch etwas hat sich geändert. Bisher trug der neue Standort den Arbeitstitel „Cogneon Kompetenzzentrum Wissensmanagement“. Inzwischen steht ein Name fest, der auch viel besser passt: Zukunftszentrum Wissensmanagement. Schließlich möchten wir dort die Zukunft der Wissensrepublik Deutschland mitgestalten. Die Räume sind optimal darauf ausgerichtet: Neben einem Co-Working-Bereich sowie zwei getrennten Ruhebereichen zum Arbeiten und für Workshops gibt es auch eine Bibliothek und ein Café mit Küche.
Leif Edvinsson, ehemaliger Vizepräsident des schwedischen Versicherungsunternehmen Skandia und weltweit erster Professor im Bereich Wissenskapital, ließ bereits 1997 ein Zukunftszentrum errichten, in dem Mitarbeiter Ideen zur Nutzung des intellektuellen Kapitals entwickelten. Damit war ein Konzept geboren, dem viele folgten. Mir hat ein Gespräch mit Edvinsson klargemacht, dass auch wir ein Zukunftszentrum etablieren wollen.
Heute unterscheidet man drei Arten von Zukunftszentren: unternehmensorientierte, regionale sowie öffentliche Zukunftszentren, die von Ministerien oder Regierungen eingerichtet werden.
Wer mehr über das Thema Zukunftszentren als Brücke in die Zukunft erfahren will, dem empfehle ich den Artikel „The future center as an urban innovation engine“ aus dem Journal of Knowledge Management.
Die Autoren haben 13 Elemente identifiziert, die ein Zukunftszentrum ausmachen: Zeit, Raum, Teams und visionäre Teamleiter, Risikofreude, Strategie, virtueller Raum, strukturierte und spontane Prozesse, Wissensmanagement, Kapital, Vielfalt, Konzentration auf die Zukunft, Herausforderungen und Gespräche. Zukunftszentren helfen Organisationen, sich proaktiv, kollaborativ und systematisch auf die Zukunft vorzubereiten und das intellektuelle Kapital zu sichern und zu fördern.
Weltweit haben sich Zukunftszentren in der Future Center Alliance zusammengeschlossen, der auch wir demnächst beitreten werden.
Aus der Praxis: 1. Treffen der Expert Debriefing-Benchmark-Gruppe
Im Juni traf sich zum ersten Mal die Expert Debriefing Benchmark Gruppe. Vertreten waren vier Unternehmen, die von ihren Erfahrungen mit dem Expert Debriefing (EPD) berichteten. Das Expert Debriefing gibt Firmen und Organisationen eine systematische Vorgehensweise an die Hand, um das Wissen von Experten, die das Unternehmen verlassen oder intern wechseln, für die Zukunft zu erhalten und an die Nachfolger weiterzugeben. Das Verfahren wurde bereits Ende der 1990er entwickelt und ist inzwischen vielfach in der Praxis angewandt worden, zum Beispiel bei Schaeffler, Audi, Salzgitter oder Metro.
In der Benchmark-Gruppe treffen sich ein bis zweimal pro Jahr erfahrene Anwender, um Abweichungen vom Standardprozess oder auch Potenziale der Methode zu diskutieren. Die Ergebnisse des Treffens werden wir bis Herbst in einem Benchmark-Bericht zusammenfassen, der auch Fallstudien enthält und an die Mitglieder der Gruppe verschickt wird. Mehr dazu dann auch im Cogneon-Newsletter.
Erfahren Anwender können sich an der Cogneon Akademie zum Expert Debriefing Professional zertifizieren lassen. Die ersten Zertifizierungen sind bereits abgeschlossen.
Weitere Informationen zum Expert Debriefing finden Sie hier. Natürlich können Sie sich auch gerne jederzeit direkt an uns wenden, wenn Sie Fragen zur Wissensbewahrung in Ihrem Unternehmen haben.
Aus der Wissenschaft: Mit Wissensmanagement gegen den Fachkräftemangel
Das Thema Fachkräftemangel ist inzwischen ein Dauerbrenner. Der demografische Wandel, der zu einer veränderten Alterststruktur führt, und die Entwicklung von der industriellen zur wissensbasierten Produktion stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. In wissensintensiven Branchen steigt der Bedarf an Fachkräften, gleichzeitig werden in den kommenden Jahren mehr Wissensarbeiter aus dem Beruf ausscheiden als nachkommen. Dies belegt auch die jüngste Prognose der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) für die deutsche Autoindustrie.
Das Automotive Institute von PwC geht davon aus, dass in den kommenden Jahren tausende Stellen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen nicht mehr besetzt werden können. Voraussichtlich 11.000 Ingenieure werden in Zukunft fehlen. Und die Lücke wird weiter wachsen: Die Experten gehen davon aus, dass rund 450.000 Ingenieure in den nächsten zehn Jahren ihre berufliche Karriere beenden werden. Dem stehen aber nur 400.000 Berufseinsteiger gegenüber.
Diesen Trend belegen auch Prognosen aus anderen wissensintensiven Branchen. Eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. unter 94 Unternehmen hat ergeben, dass 96 Prozent der Firmen derzeit offene Stellen haben und es zunehmend problematisch wird, diese angemessen neu zu besetzen. Ähnliche Meldungen kommen vom Hightech-Verband BITKOM: Er verzeichnet rund 28.000 offene Stellen für IT-Fachkräfte. Die Situation wird sich voraussichtlich noch verschärfen, denn während aktuell rund 15.000 Absolventen im Fach Informatik die Hochschulen verlassen, werden mehr als 20.000 benötigt.
Initiativen wie das Demographie Netzwerk ddn, die Initiative für eine Neue Qualität in der Arbeit INQA, das Work Ability-Netzwerk Deutschland oder der Demografie-Experten e.V., arbeiten daran, den demografischen Wandel produktiv zu gestalten.
Eine der zentralen Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, wie Unternehmen und Beschäftigte auch in Zukunft die notwendige Wertschöpfung erbringen können. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist die Steigerung der Produktivität von Wissensarbeitern, zum Beispiel durch persönliches Wissensmanagement, aber auch durch Prozesse wie das Cogneon Expert Debriefing. Denn nur so lassen sich die Kontinuität von Geschäftsprozessen und über Jahre erworbenes Wissen erhalten, das den Unternehmen ohne gezieltes Wissensmanagement verloren geht. Unternehmen, die noch keine Wissensmanagement-Strategie haben, sollten also nachbessern – nicht nur, aber vor allem in wissensintensiven Branchen – bevor der demografische Wandel die Probleme noch weiter verschärft.
Cogneon 2.0: Die Cogneon-Community zieht um
Zum Start unseres Open Innovation Projekts „Cogneon 2.0“ hatten wir fünf Ideen für strategische Schwerpunkte für die Zukunft: Einer davon war der Ausbau von cogneon.de zum Wissensmanagement-Community Hot Spot, der im Rahmen des nächsten Releases der Website im August stattfinden sollte. Inzwischen haben sich unsere etwas Pläne geändert: Die neue Community-Plattform wird auf Basis der White-Label-Social-Network-Plattform mixxt erstellt und orientiert sich strukturell an firmenintern oft genutzten Werkzeugen wie SharePoint, Jive, Newsgator, Liveray oder Lotus Connections, um auch in diese Richtung Lerntransfer zu ermöglichen. Dabei werden wir eng mit mixxt-Geschäftsführer Oliver Ueberholz zusammenarbeiten, um die Ressourcen von mixxt optimal zu nutzen.
Für Community-Mitglieder hat dies einen großen Vorteil: Die Grundstruktur der Plattform entspricht Social Software Systemen, die auch Unternehmen intern einsetzen. Die Community-Plattform kann also gut als Übungsplattform genutzt werden, bevor es in den Organisationen mit dem eigenen sozialen Netzwerk ernst wird.
Wichtige Termine:
- Ernst wird es ab Mitte Juli, dann werden wir zuerst die Mitglieder der Expert Debriefing-Benchmark-Gruppe einladen.
- Ab 25. Juli werden dann alle aktuellen Community-Mitglieder eingeladen.
- Nächster Schritt der schrittweisen Öffnung der neuen Cogneon-Community ist dann die Einladung von Schlüsselpersonen aus dem Bereich Wissensmanagement im deutschsprachigen Raum im September.
- Ab dem 3. Quartal wird es Mitgliedern dann möglich sein, andere Mitglieder einzuladen.
Natürlich werden wir im nächsten Newsletter berichten, wie sich die Community entwickelt! mixxt-Gründer und Geschäftsführer Oliver Ueberholz wird außerdem Gast bei unserem nächsten Knowledge Jam sein und über seine Erfahrungen mit der Kultivierung von Online Communities berichten. Den genauen Termin erfahren Sie rechtzeitig auf unserer Internetseite!
Do it yourself: E-Mails organisieren mit OutlookStatView
Wer seine E-Mails nicht sortiert, findet die eine entscheidende Nachricht, nach der er sucht, schneller als Kollegen, die ihre elektronische Post säuberlich in Ordner einordnen. Zu diesem verblüffenden Ergebnis kommt eine Studie von IBM Research mit dem Titel „Am I wasting my time organizing email?“. Übrigens der erste Versuch, zu untersuchen, wie Menschen ihre E-Mails organisieren. Dabei gibt es ganz verschiedenen Herangehensweisen: Alte Mails werden gelöscht oder auch nicht, es gibt Ordner mit mehreren Unterordner oder auch nur einen einzigen. Eine einheitliche Linie gibt es meist nicht, auch nicht in einzelnen Abteilungen oder Teams. Beim Suchen brauchten die Probanden weniger Zeit, die einfach die Suchfunktion nutzten anstatt Ordner anzulegen. Viele Studienteilnehmer scrollten aber auch einfach nur durch ihren gesamten Posteingang. Eine Lösung für die Zukunft ist nach Ansicht der Autoren eine semantische Sortierung der Mails, die thematisch verwandte Mails als „Super-Threads“ anzeigt.
Wer bereits jetzt einen Anfang machen will, dem empfehlen wir die Freeware OutlookStatView. Damit lässt sich das eigene E-Mail-Verhalten analysieren – und zwar bezogen auf die einzelnen Kontakte. Eine gute Basis über die Organisation der eigenen Mails nachzudenken. OutlookStatView scannt die Mailbox und erstellt eine Statistik, die unter anderem folgende Infos enthält: Wem schicke ich wie viele Mails? Wie viele bekomme ich von bestimmten Kontakten? Zu welcher Zeit? In welcher Größe? Das Ganze funktioniert ohne Installation – Adminrecht sind also nicht nötig, um die Analyse durchzuführen.
Termine: Cogneon unterwegs
In den kommenden Monaten stehen viele interessante Termine zum Thema Wissensmanagement auf dem Programm. Wir sind aktiv mit dabei: Auf der I-Know in Graz und der KnowTech in Bad Homburg informiert Cogneon zusammen mit zwei Kunden über aktuelle Erfahrungen aus Expert-Debriefing-Projekten. Zusätzlich präsentieren wir gemeinsam mit adidas auf der KnowTech. Wer möchte, kann beim Symposium des Arbeitskreises Wissensmanagement in Karlsruhe an einer Kurzversion unseres Web 2.0-Führerscheins teilnehmen und natürlich freuen wir uns auf zahlreiche Besucher am ersten Abend der Know-Tech, an dem wir einen Community-Treff anbieten werden.
Weitere Termine:
- 01. - 02.09.2011: 12. European Conference on Knowledge Management in Passau
- 24. - 28.09.2011: European Conference on Computer-Supported Cooperative Work 2011, Aarhus, Dänemark
- 07. - 09.09.2011: 11th International Conference on Knowledge Management and Knowledge Technologies (I-Know), Graz
- 06. und 10.09.2011: Corporate Learning Camp in Darmstadt
- 12. - 14.09.2011: 8. International Conference on Knowledge Management, Amman (Jordanien)
- 16. - 17.09.2011: 3. GfWM KnowledgeCamp in Potsdam
- 21. und 22.09.2011: Expert Debriefing Moderatorenschulung im Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 28. - 29.09.2011: 13. KnowTech in Bad Homburg
- 03. - 05.10.2011: WikiSym 2011 in Mountain View, California, USA (Silicon Valley)
- 10.10.2011: Web 2.0 Führerschein, Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 13.10.2011: 9. Karlsruher Symposium für Wissensmanagement.
- 18. und 19.10.2011: Expert Debriefing Moderatorenschulung, Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 08.11.2011: Web 2.0 Führerschein, Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 14. - 17.11.2011: Knowledge City Summit in Holon, Israel
- 06. und 07.12.2011: Expert Debriefing Moderatorenschulung, Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement in Nürnberg
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