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COGNEON Newsletter 04/2011
Editorial
Liebe Leser,
kurz nach den Osterfeiertagen wollen wir Sie wieder mit aktuellen Neuigkeiten aus der Welt des Wissensmanagements versorgen. Am bequemsten lesen Sie unsere Newsletter wie immer online.
Simon Dückert hat sich diesmal auf den Weg nach Würzburg gemacht: Beim Jubiläum des renommierten Medienhauses Vogel Business Media informierte er über das Thema Wissensmanagement. Das Web steht im Mittelpunkt unserer Beiträge aus der Praxis und aus der Wissenschaft: Wir werfen einen Blick auf eine neue Fallstudie und eine neue Studien, die zum einen das interne Siemens-Netzwerk TechnoWeb, zum anderen den Microblogging-Dienst Twitter genauer unter die Lupe nehmen. Außerdem stellen wir Ihnen zwei neue Cogneon-Mitarbeiter vor und geben ihnen einen so einfachen wie hilfreichen Tipp, wie Sie in der Flut Ihrer Passwörter den Überblick behalten.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Cogneon-Team
Inhalt:
- Simon Dückert unterwegs: Vortrag bei Vogel Business Media in Würzburg
- Aus der Praxis: Das Siemens Technoweb
- Aus der Wissenschaft: Who Says What to Whom on Twitter
- Cogneon 2.0: Das Cogneon-Team wächst
- Do it yourself: Passwort Safe KeePass
- Termine
Simon Dückert unterwegs: Vortrag „120 Jahre Vogel Business Media“
Seit 120 Jahren versorgt Vogel Business Medien Leser aus den verschiedensten Fachbereichen mit Informationen – in 100 Print- und rund 60 Online-Medien. Wissensvermittlung ist also das große Thema des Würzburger Medienhauses. Deshalb stand es auch im Mittelpunkt der Eröffnung einer Ausstellung zum 120. Geburtstag des Unternehmens in der Würzburger Stadtbücherei: Ich war eingeladen, um über „Wissensmanagement - Erfolgsrezept für das 21. Jahrhundert“ zu sprechen. Neben der Qualität von Produkten und Dienstleistungen und dem Anbieten maßgeschneiderter Lösungen für den Kunden sind der zielgerichtete Umgang mit Wissen und besonderes Know-how im Unternehmen entscheidende Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens. Doch wie managed man dieses Wissen, wie bewahrt man es und wie gibt man es weiter? Vor allem, wenn immer mehr Wissensarbeit von immer weniger Wissensarbeitern erledigt werden muss?
Ein entscheidender Schritt ist, dass Unternehmensmitarbeiter Methoden des persönlichen Wissensmanagements erlernen und sich im Web 2.0 sicher bewegen können. Doch auch der Führungsstil muss sich ändern und sollte nicht länger vom Mythos des „lernfaulen Mitarbeiters“ geprägt sein: Laut der Megatrend-Dokumentation des Zukunftsinstituts geben heute 45% der Befragten an, dass es die persönliche Weiterbildung ist, die dem Leben außerhalb des Berufs Sinn gibt.
Um direkt bei der Veranstaltung den ersten Schritt in diese Richtung zu machen, erhielt dann auch jeder Besucher meines Vortrags sein eigenes persönliches Wiki als Einstiegspunkt in das persönliche Wissensmanagement. Meine vollständige Präsentation „Wissensmanagement – Erfolgsrezept für das 21. Jahrhundert“ finden Sie auf unsere Webseite unter Referenzen.
Aus der Praxis: Das Siemens TechnoWeb
Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich Siemens mit dem Thema Wissensvernetzung. Bereits 1998 wurde bei der Siemens AG Österreich das sogenannte TechnoWeb eingeführt, in dem Mitarbeiter Communities zu Fachthemen einrichten konnten, die für alle auffindbar waren. Seit 2009 gibt es als Weiterentwicklung die Plattform TechnoWeb 2.0, die nun konzernweit eingeführt wurde und auf der sich alle Mitarbeiter austauschen können. Dabei verfolgte das Unternehmen mehrere Ziele: Das Wissen der einzelnen Mitarbeiter sollte auffindbar gemacht werden, so dass es möglich würde, Kollegen zu identifizieren, die bei ganz konkreten Problemen helfen können. Dieses Wissen sollte bereichs- und länderübergreifend verfügbar sein. Um den Mitarbeitern für ihren Austausch einen geschützten Raum zu bieten, sollte die Plattform außerdem nach außen geschlossen sein. Gleichzeitig hoffte man, durch den Austausch und den dadurch entstehenden Respekt vor den Kollegen und ihrem Wissen, die Basis für eine Vertrauenskultur über Länder- und Abteilungsgrenzen hinweg zu schaffen.
Eine Enterprise 2.0-Fallstudie von Susanne Mörl, Michael Heiss und Alexander Richter beschreibt nun unter dem Titel „Siemens: Wissensvernetzung mit TechnoWeb 2.0“ die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte der Plattform ausführlich: Im ersten Jahr nach der Einführung des TechnoWeb 2.0 wurden 8.000 Anwender anvisiert. Mit 10.515 Nutzern wurde dieses Ziel weit übertroffen. Als entscheidend für den Erfolg haben die Autoren folgende Faktoren identifiziert: Im Vordergrund des TechnoWeb 2.0 steht nicht die Beziehung zwischen Personen, sondern zwischen Personen und Themen („Wer weiß was“ statt „Wer kennt wen“). Statt Infrastruktur für geschlossene Gruppen mit konkreten Zielen bereitzustellen, unterstützt das TechnoWeb 2.0 nur den Austausch in offenen Netzwerken. Zudem können durch die Bildung von Partnernetzwerken Themen zu fachlichen Netzwerk-Clustern strukturiert werden. Und schließlich wurden sogenannte Urgent Requests zur schnellen, netzwerkübergreifende Beantwortung von Fragen eingeführt, einer der kritischen Erfolgsfaktoren. Die vollständige Fallstudie ist auf der Seite des Enterprise 2.0 Fallstudiennetzwerks abrufbar.
Aus der Wissenschaft: Who Says What to Whom on Twitter
Harold Lasswell formulierte einst die Frage „Wer sagt was zu wem und mit welcher Wirkung?“, um Kommunikationsprozesse zu analysieren. In Folge wurde in der Kommunikationswissenschaft in der Regel zwischen Massenkommunikation, bei der einseitig und indirekt Aussagen von Medien an ein disperses Publikum gegeben werden, und interpersoneller, wechselseitiger Kommunikation zwischen zwei oder mehr Individuen unterschieden. Auf neue Technologien und neue Kommunikationskanäle konnte diese Unterscheidung aber nicht mehr ohne Weiteres angewandt werden. Vor allem durch neue webbasierte Formen wie Blogs, E-Mail-Listen oder Soziale Netzwerke hat die Kommunikation verändert: Nutzer generieren Inhalte selbst, sie selektieren Informationen stärker und das Publikum spaltet sich in kleinere Gruppen auf. Dies gilt auch für den Microblogging-Dienst Twitter.
Der Frage, wie die Informationsbereitstellung, der Informationsfluss und die Informationsaufnahme bei Twitter ablaufen, widmet sich unter dem Titel „Who Says What to Whom on Twitter“ eine neue Studie von Yahoo!Research. Dazu nahmen die Autoren das Twitter Lists Feature unter die Lupe, um zwischen „Elite-Usern“ wie Prominenten, Bloggern oder Vertretern von Medien oder Organisationen und „gewöhnlichen“ Usern zu unterscheiden.
Ihr Ergebnis: Zwar ist der Pool an Nutzern, die Content erzeugen, deutlich größer und differenzierter als in den klassischen Kommunikationsmodellen, doch auch bei Twitter konzentriert sich vieles auf einige wenige: 0,05 % der Nutzer sind für die Hälfte aller geposteten URLs verantwortlich, wobei die Medien am meisten Content produzieren und Prominente die meisten Follower haben. Innerhalb der Gruppe der Elite-Nutzer bleiben Gleichgesinnte gerne unter sich: Prominenten „folgen Prominenten, Blogger anderen Bloggern.
Bestätigt hat sich hingegen das Modell des „Two-Step Flow of Communication“: Auch auf Twitter stammt die Hälfte der Informationen von Massenmedien, die dann durch Meinungsführer an die große Masse der Nutzer weitergegeben werden: Twitter ist also eher ein Informationsnetzwerk als ein soziales Netzwerk. Und noch etwas haben die Autoren herausgefunden: URLs, die von Medien stammen, sind kurzlebiger als URLs von Bloggern. Am längsten überdauern URLs, die Videos oder Musik betreffen. Sie werden von den Twitter-Nutzern immer wieder „neu entdeckt“. Auf der Yahoo Research Seite steht das Paper „Who Says What to Whom on Twitter“ zum Download zur Verfügung.
Cogneon 2.0: Das Cogneon-Team wächst
Bei Cogneon tut sich was: Unser Geschäftsmodell wird neu ausgerichtet, unser neuer Webauftritt ist seit Februar online und auch unser Team wächst: Neu dabei sind Benedikt Scheerer, der ab sofort als Berater und Coach im Bereich Enterprise 2.0 aktiv sein wird, sowie Katharina-Sophie Kley als Praktikantin im Bereich der Cogneon Akademie.
Benedikt Scheerer ist Wirtschaftswissenschaftler und hat ein Master-Studium mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship im niederländischen Groningen absolviert. In seiner Abschlussarbeit hat er sich mit dem Wissensaustausch im Enterprise 2.0-Kontext beschäftigt und dabei vor allem die intrinsische Motivation der Mitarbeiter beleuchtet. Gerne können Sie die Ergebnisse seiner Masterarbeit nachlesen: "Knowledge sharing in an enterprise 2.0 context: Employee motivation in the light of a multifaceted conception of intrinsic motivation" (Interessenten schicken wir die Arbeit gerne zu). Praktische Erfahrung hat Benedikt Scheerer außerdem bei der Gestaltung des Wissensmanagements einer Unternehmensberatung gesammelt, die er sowohl strategisch/konzeptionell als auch operativ begleitet hat.
Katharina-Sophie Kley studiert Soziologie und Pädgogik, mit den Schwerpunkten Organisationssoziologie und Betriebspädagogik sowie Organisationales Lernen. Sie beschäftigt sich mit innovativen Lernmethoden und unterstützt den Aufbau des virtuellen Teils der Cogneon Akademie. Hierfür hat Sie in einem ersten Schritt bekannte Beispiele (MIT OpenCourseware, die OpenUniversity, Peer2Peer University, Virtuelle Hochschule Bayern) einem Benchmarking unterworfen und ein Grobkonzept für die Cogneon Akademie erstellt. Dieses wird aktuell mit einem Ersten Prototyp-Kurs "Grundlagen Wissensmanagement" umgesetzt. Firmen, die den Online-Kurs im Juni gerne intern kostenlos testen wollen, können uns gerne kontaktieren.
Do it yourself: Passwort Safe KeePass
Auch diesmal widmen wir uns in der Rubrik „Do it yourself“ einem Problem, das jeder von uns kennt: Je virtueller unser Berufs- und Privatleben wird, desto größer die Zahl unserer Passwörter. Webseiten, Dienste, soziale Netzwerke, Online Shops – aus Sicherheitsgründen hat man ohne Registrierung mit eigenem Passwort keinen Zugang. Sich alle Varianten zu merken, klappt irgendwann nicht mehr und vergessene Passwörter bedeuten Aufwand. Sich die Zugangsinformationen im Klartext zu notieren, ist allerdings auch keine Lösung. Schließlich sollten diese Informationen nicht in die falschen Hände fallen.
Eine Lösung bietet der KeePass Password Safe, eine kostenlose Software zur Passwortverwaltung. Per KeePass können Sie alle ihre Passwörter in einer Datenbank speichern. Das Programm verschlüsselt die Zugangsdaten mit Advanced Encryption Standard (AES) und dem Twofish Algorithmus überdurchschnittlich sicher. Um an Ihre Daten zu kommen, wählen Sie anschließend ein Masterpasswort, mit dem Sie auf die Datenbank und damit auf alle Ihre Logins zugreifen können. Sie müssen sich in Zukunft also nur noch ein Passwort merken!
Und noch ein weiterer Tipp: Wenn Sie Ihren KeyPass immer dabei haben und mitnehmen möchten, legen Sie ihn einfach in der Dropbox ab, die wir im Cogneon-Newsletter 12/2010 vorgestellt haben. Da die KeePass-Datei verschlüsselt gespeichert ist, ist sie dort trotz aktueller Sicherheitsdiskussion rund um Dropbox gut aufgehoben.
Termine: Expert Debriefing und Web 2.0 Führerschein
Gleich zweimal steht im Juni bei uns das Thema Expert Debriefing im Mittelpunkt: Vom 27.-28.06. findet unsere Expert Debriefing Moderatorenschulung in Nürnberg statt. An den beiden Tagen lernen zukünftige Moderatoren von Prozessen der Wissensbewahrung das Cogneon Expert Debriefing kennen, eine systematische Vorgehensweise, um Wissen von Experten zu bewahren und auf einen oder mehrere Nachfolger zu übertragen. Neben dem theoretischen Wissen steht auch viel Praxis auf dem Programm. Noch sind einige wenige Plätze frei.
An erfahrenen Moderatoren richtet sich dann das erste Treffen der "Expert Debriefing Expert Group" am 29.06. Wir wollen erfahrenen Moderatoren Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch geben und stellen bei dieser Gelegenheit auch die neue Version unseres Expert-Debriefing-Leitfadens inklusive aller Dokumentvorlagen und Methodenbeschreibungen vor.
Wie funktioniert Web 2.0 und Enterprise 2.0 in der Praxis? Wer dieser Frage auf den Grund gehen möchte, ist bei unserem Web 2.0 Führerschein am 06. oder 07.07. richtig. In unserem eintägigen Workshop lernen Sie den Umgang mit Werkzeugen wie Wikis, sozialen Netzwerken, dem eigenen Weblog, Microblogging, sozialen Lesezeichen, sozialen Bookmarks und mit RSS-Feeds ganz praktisch und ohne viel theoretischen Ballast kennen.
Alle Veranstaltungen finden im Cogneon Kompetenzzentrum Wissensmanagement im Rilkepark in Nürnberg statt. Für die Anmeldung können Sie unser Online-Formular nutzen, Fragen beantwortet Ihnen gerne Marc Nitschke.
Weitere Termine:
- 19.05.2011: Kongress "Standortvorteil Wissen" im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin
- 20.06.2011: Cogneon Knowledge Jam zum Thema "Expertenorganisation vs. Communities of Practice" im Cogneon Kompetenzzentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 27. - 28.06.2011: Expert Debriefing Moderatorenschulung im Cogneon Kompetenzzentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 29.06.2011: Treffen der "Expert Debriefing Expert Group", im Cogneon Kompetenzzentrum Wissensmanagement in Nürnberg
- 06. und 07.07.2011: Web 2.0 Führerschein, Cogneon-Kompetenzzentrum Nürnberg (die Veranstaltung ist eintägig und kann am 06. ODER 07. besucht werden; die gesamten Einnahmen spenden wir zur Unterstütztung nach Japan!)
- 01. - 02.09.2011: 12. European Conference on Knowledge Management in Passau
- 01. - 02.09.2011: 11th International Conference on Knowledge Management and Knowledge Technologies (I-Know), Graz
- 12. - 14.09.2011: 8. International Conference on Knowledge Management, Amman (Jordanien)
- 16. - 17.09.2011: 3. GfWM KnowledgeCamp in Passau
- 28. - 29.09.2011: 13. KnowTech in Bad Homburg
- 03. - 05.10.2011: WikiSym 2011 in Mountain View, California, USA (Silicon Valley)
- 13.10.2011: 9. Karlsruher Symposium für Wissensmanagement: Zu diesem Anlass werden wir eine Kurzversion unseres Web 2.0–Führerscheins vorstellen.
- 14. - 17.11.2011: Knowledge City Summit in Holon, Israel
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