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COGNEON Newsletter 03/2011
Editorial
Liebe Leser,
hiermit erhalten Sie die aktuelle Ausgabe des Cogneon-Newsletters. Am bequemsten lesen Sie unsere Newsletter online.
In den vergangenen Wochen waren wir wieder viel unterwegs: Zum Beispiel in Nürnberg beim Kompetenztag demografische Wandel. Und natürlich haben wir auch öfters in unserem neuen Nürnberger Cogneon-Kompetenzzentrum vorbeigeschaut, in dem im Juni die ersten Veranstaltungen stattfinden werden. Im Folgenden erzählen wir Ihnen, was wir dabei Berichtenswertes erlebt haben. Trotz dieser Ausflüge und der Projektarbeit blieb noch Zeit, um am 18. Blog Carnival des WissensWert-Blogs teilzunehmen und natürlich auch um weiter am neuen Cogneon-Internetauftritt zu feilen. Auch dazu mehr in unserem Newsletter. Aus der Praxis berichten wir diesmal über Communities of Practice bei ThyssenKrupp.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Ihr Cogneon-Team
Inhalt:
- Simon Dückert unterwegs: Kompetenztag Demografischer Wandel in Nürnberg
- Aus der Praxis: Communities of Practice bei ThyssenKrupp
- Aus der Wissenschaft: Transparenz vs. Information Overload
- Cogneon 2.0: Feedback zum Relaunch von cogneon.de
- Aktuelle Angebote: Expert Debriefing Grundschulung
- Do it yourself: Timeboxing
- Termine
Simon Dückert unterwegs: Kompetenztag Demografischer Wandel in Nürnberg
Im vergangenen Monat war ich zu Gast beim Kompetenztag für kleine und mittelständische Unternehmen der Metropolregion Nürnberg, der sich dem Megatrend „Demografischer Wandel“ widmete. Die Veranstaltung wurde vom Wirtschaftsinitiative Nürnberg 2020 e.V. ausgerichtet, zu dem sich mehrere Nürnberger Unternehmen zusammengeschlossen haben. Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind klar: Immer mehr (Wissens-)Arbeit muss von immer weniger Mitarbeitern erledigt werden. Beim Kompetenztag wurden Fragen wie diese diskutiert: Wie gehen Arbeitgeber und -nehmer damit um? Worin liegen die Potenziale einer immer älter werdenden Belegschaft? Welche betrieblichen Rahmenbedingungen erhalten und fördern die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und die Produktivität von kleinen und mittelständischen Unternehmen?
Unter anderem stellte Dr. Rico S. Winkels den Demografie-Check und das Demografie-Tool vor, die unternehmensweit bei der DATEV eingeführt wurden, um die Herausforderung Demografie anzugehen: So wurde bei der DATEV eine Software entwickelt, um die Altersstruktur in den Unternehmensbereichen zu analysieren. Anschließend wurden in den Bereichen Workshops (Demografie-Check) durchgeführt, in denen Handlungsfelder identifiziert und Lösungen initiiert wurden.
Der Vortrag zur DATEV sowie alle weiteren Vorträge stehen bei der Wirtschaftsinitiative Nürnberg 2020 zum Download zur Verfügung.
Mehr dazu auch in meinem Blogbeitrag zum Nürnberger Kompetenztag.
Dem Thema „Demographischer Wandel“ widmet sich auch das bundesweite Demographie Netzwerk ddn, eine Plattform für Unternehmen, die das Thema aktiv gestalten wollen.
Aus der Praxis: Communities of Practice bei ThyssenKrupp
Nach Etienne Wenger sind Communities of Practice (CoP) Gruppen von Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeiten an ähnlichen Wissensgebieten interessiert sind und durch regelmäßige Interaktion voneinander lernen. Neben Abteilungen (dauerhaft) und Projektteams (temporär) sind Communities of Practice eine dritte Art von Organisationseinheiten, die sich in der Regel informell bilden und deren Mitglieder meist nicht der gleichen Abteilung oder dem gleichen Projekt zugeordnet sind. CoPs bergen Risiken, aber auch Chancen: Als informelle Einheit fehlt den CoPs die Legitimation. So ist zum Beispiel in der Regel nicht klar, ob die Mitarbeiter dafür Zeit aufwenden dürfen. Doch auch die Chancen liegen auf der Hand: CoP sind selbstorganisierte Einheiten, dementsprechend ist die Motivation der Teilnehmer hoch, eine Kultur der Wissensteilung entsteht. Wie die Umsetzung in der Praxis aussehen kann, zeigt unser Kunde ThyssenKrupp: Der Konzern hat informelle Netzwerke von Experten initialisiert, um Fachgebiete konzernunternehmensübergreifend zu erschließen. Zur Unterstützung des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit der Communities, wird die Intranetplattform „ThyssenKrupp worknet“ genutzt. Die Community-Initialisierung erfolgte in fünf Schritten. Zuerst wurden entsprechende Experten identifiziert und zur Mitarbeit in der Community eingeladen. Mit diesem (Kern-)Team wurden dann die Ziele und Inhalte der Community definiert und die Umsetzung im ThyssenKrupp worknet vorbereitet. Nachdem entsprechende Inhalte im worknet eingestellt waren, erfolgte durch das Kernteam die Freischaltung der Community worknet Seiten für alle Konzernmitarbeiter. Der letzte Schritt ist dann die Etablierung der Communities als Expertengremien. S.a. Präsentation „Wissensmanagement bei ThyssenKrupp – Mit Communities of Experts Wissenspotenziale erschließen" von der KnowTech 2010.
Kritische Erfolgsfaktoren bei CoPs sind der Community Koordinator, dem die Community folgt - oder eben nicht - und die regelmäßige Interaktion. Damit diese Hürden erfolgreich genommen werden, unterstützen wir Unternehmen bei der Identifikation, Einrichtung und Entwicklung von Communities - von der Identifizierung geeigneter Querschnittsthemen bis zur Wahl eines kompetenten Koordinators. Informieren Sie sich über unser Angebot im Bereich „Communities of Practice und Wissensgemeinschaften“.
Aus der Wissenschaft: Transparenz vs. Information Overload
Bereits zum 18. Mal haben Prof. Dr. Andrea Back vom Institut für Wirtschaftsinformatik der
Universität St.Gallen und Dr. Jochen Robes, Berater für Knowledge Management, vom WissensWert Blog zum Blog Carnival aufgerufen: Diesmal zum Thema „Information Overload“. Die Spielregeln: Der Blog Carnival startete am 4. März und schließt am 31. März, wer mitbloggen möchte, tut dies auf der eigenen Blog-Seite und verlinkt auf den WissensWert Blog.
Anlass, sich mit dem Thema „Information Overload“ auseinanderzusetzen, bieten zum Beispiel nackte Zahlen aus dem World Wide Web: Alleine 95 Millionen Tweets und 247 Milliarden E-Mails werden täglich gepostet und verschickt. Strategie zum Umgang mit den Informationsmassen gibt es viele, doch wie sehen die ganz persönlichen Lösungen aus? Auch Simon Dückert vom Cogneon-Team hat die Einladung zum Blog Carnival angenommen und stellt seine persönliche Vorgehensweise vor: An erster Stelle steht die Klärung der Frage „Was will ich eigentlich“ und damit die Festlegung persönlicher Strategien und Ziele. Anschließend muss man sich selber darüber klar werden, welche Aufgaben und Projekte für die Umsetzung der Vision notwendig sind. Es folgen die Erstellung einer persönlichen Wissenslandkarte zu den festgelegten Aufgabengebieten und die Identifizierung entsprechender Wissensquellen (Experten, Netzwerke, Literatur etc.). Für alle Prozesse, die dem Informationsaufbau dienen, werden außerdem feste zeitliche Grenzen gesetzt (s.a. Do it yourself: Timboxing). Lesen Sie alle Einträge des Blog Carnivals und den Blogbeitrag von Simon Dückert.
Cogneon 2.0: Feedback zum Relaunch von cogneon.de
Seit Ende Februar präsentiert sich unser Webauftritt mit einem neuen Gesicht und neuen Inhalten. Um der Cogneon-Community noch mehr zu bieten und fit für die Zukunft zu werden, haben wir vieles überarbeitet und einiges ergänzt:
- „Über uns“ haben wir auf den aktuellen Stand gebracht, damit sich alle Nutzer informieren können, wer hinter Cogneon steckt.
- Auch unser Produktportfolio haben wir überarbeitet: Wissensmanagement ist für uns eine kontinuierliche Entwicklung zur Lernenden Organisation. Um diesen Weg zu beschreiten, sind einzelne, gezielte Maßnahmen notwendig. Danach haben wie unser Produktangebot ausgerichtet. Wir begleiten nicht nur den Entwicklungsprozess an sich, sondern auch die Einzelmaßnahmen.
- Auf der Startseite gibt es unter dem Namen „Cogneon Live“ die aktuellen tweets von Cogneon und den Mitarbeitern.
- Unsere Referenzen haben wir zurück bis ins Jahr 1999 aktualisiert und durch zahlreiche Downloads ergänzt.
- Online ist nun auch das Cogneon Handbuch Wissensmanagement in einer ersten Version. Darin legten wir unsere Sicht von Wissensmanagement, dem "Wissensmanagement der Erlanger Schule", dar. Ab April werden wir das Handbuch weiter ausbauen.
- In der virtuellen Bibliothek sind unsere knapp 400 Bücher zum Thema Wissensmanagement verfügbar und einige mit Google Books verlinkt.
- Und in den KM-News werden täglich News von Knowledge Management-Experten aggregiert. Diese können dann per E-Mail, Twitter und Facebook direkt weitergeleitet werden.
Natürlich möchten wir gerne wissen, wie Ihnen unser neuer Auftritt gefällt. Nehmen Sie sich bitte einige Minuten und füllen Sie unser Feedback-Formular aus!
In eigener Sache: Expert Debriefing Grundschulung
Im letzten Newsletter haben wir über das neue Cogneon-Kompetenzzentrum berichtet, das im Juni seine Türen öffnen wird. Inzwischen steht auch die erste Veranstaltung fest, die in unserer neuen Niederlassung stattfinden wird.
Vom 27.-28.06.2011 bieten wir eine Expert Debriefing Grundschulung in Nürnberg an. Sie richtet sich an zukünftige Moderatoren von Prozessen der Wissensbewahrung, mit denen Wissen bewahrt und auf andere Mitarbeiter übertragen werden soll, wenn Experten ein Unternehmen verlassen oder in andere Bereiche wechseln. Diese Moderatoren sind typischerweise Mitarbeiter von Personal- oder Wissensmanagement-Abteilungen.
Am 29.06.2011 findet das erste Treffen der "Expert Debriefing Expert Group" statt, bei dem sich erfahrene Moderatoren Treffen und austauschen können. In diesem Rahmen werden wir auch die neue Version unseres Expert-Debriefing-Leitfaden inkl. aller Dokumentvorlagen und Methoden-Tutorials bereitstellen. Eingeladen sind erfahrende Moderatoren (mindestens 10 durchlaufene Prozesse der Wissensbewahrung).
Anmeldung zur Schulung oder Fragen zu beiden Veranstaltungen bitte direkt an Marc Nitschke.
Do it yourself: Timeboxing
Der englische Soziologe Cyril Northcote Parkinson hat es bereits in den 1950er-Jahren auf den Punkt gebracht: „Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist.“ Laut Parkinsonschem Gesetz orientieren wir uns bei der Erledigung einer Aufgabe also nicht an der Aufgabe an sich, sondern an der Zeit, die wir dafür aufbringen können. Anders gesagt: Durch (zeitliche) Einschränkungen ließe sich oft mehr erreichen in kürzerer Zeit erreichen. Denn ewig an einer Aufgabe zu feilen, nur weil man gerade Zeit hat, macht sie meist nicht besser.
In Arbeitsalltag machen wir außerdem oft die Erfahrung, dass wir zu viele Aufgaben für die zur Verfügung stehende Zeit oder die zur Verfügung stehende Ressource haben. Ein Problem, das immer die gleichen Auswirkungen hat: Wir fühlen uns überfordert, erleben Negativgefühle und verschieben die Aufgaben (Prokrastination).
Lösungsmöglichkeiten bietet das sogenannte Timeboxing. Dabei werden einer Aufgabe nicht nur ein Erledigungszeitpunkt zugeteilt, sondern auch feste, realistische Zeitabschnitte (time boxes) für die Erledigung: Festgelegt wird also ein konkreter, durchaus sportlicher Zeitrahmen, in dem ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll.
Dieses Prinzip findet sich sowohl bei den den sogenannten Sprints der Scrum Methode als auch bei der Pomodoro-Technik wieder, bei der Aufgaben in 25-Minuten-Abschnitten (= Pomodoro) abgearbeitet werden. Über beide Techniken haben wir bereits in unserem Newsletter berichtet.
Termine
Ende Februar fand in Innsbruck die 6. Konferenz Professionelles Wissensmanagement (wm 2011) statt. Erstmals wurde in diesem Rahmen der proWM-Preis für das professionellste Wissensmanagement im Raum Deutschland, Schweiz, Österreich verliehen. Preisträger 2010 ist die Wissensmanagement Initiative "Wissen in Bewegung" des österreichischen IT-Versorgers Raiffeisen Informatik. Anerkennungspreise gingen an die MFG Baden-Württemberg mbH – Innovationsagentur des Landes für IT und Medien sowie an Regiosuisse als beste Bewerbung aus der Schweiz. Wer keine Gelegenheit hatte, an der wm 2011 teilzunehmen, kann sich hier informieren:
- Blogbeitrag „Knowing 2.0″ auf der Professionelles Wissensmanagement 2011 in Innsbruck
- Vortrag von Alexander Stocker (Know-Center Graz) zum Thema „Wikis und Weblogs im Wissensmanagement – Nutzentypen und Erfolgsfaktoren“
- Blogbeitrag Enterprise 2.0 auf der Konferenz zum Professionellen Wissensmanagement
- Tagungsband zum Enterprise 2.0 Workshop
Weitere Termine:
- 17.03.2011: Vortrag "Der mobile Wissensarbeiter – woran ist in der Praxis zu denken?" beim Treffen des BITKOM-Arbeitskreises Knowledge Management
- 29.03.2011: Vortrag "Wissensmanagement – Erfolgsrezept für das 21 Jahrhundert?" im Rahmen des 120-jährigen Jubiläums des Vogel Verlags in der Stadtbücherei Würzburg
- 27.-28.06.2011: Grundschulung Expert Debriefing im Cogneon-Kompetenzzentrum Nürnberg
- 03.05.2011: WikiSym 2011 in Mountain View, California, USA (Silicon Valley)
- 13.10.2011: 9. Karlsruher Symposium für Wissensmanagement: Zu diesem Anlass werden wir eine Kurzversion unseres Web 2.0–Führerscheins vorstellen.
- 14. – 17.11.2011: Knowledge City Summit in Holon, Israel
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