COGNEON Newsletter 02/2011

Editorial

Liebe Leser,
hiermit erhalten Sie die aktuelle Ausgabe des Cogneon-Newsletters. Am bequemsten lesen Sie unsere Newsletter online.

Cogneon wächst - bis nach Nürnberg: Wir zeigen Ihnen die ersten Bilder vom Bau unseres neuen Kompetenzzentrums Wissensmanagement. Außerdem stellen wir Ihnen mit der NASA eine prämierte Lernende Organisation vor und werfen einen Blick auf die neue Studie der Europäischen Kommission zum Thema Enterprise 2.0. Natürlich berichten wir auch, wie es mit dem Open-Innovation-Prozess Cogneon 2.0 weitergeht. Zum Abschluss stellen wir Ihnen diesmal in der Sektion Do it yourself (DIY) das Open-Spource-Suchprogramm DocFetcher vor.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Cogneon-Team

Inhalt:

  • Simon Dückert unterwegs: Besichtigung des neuen Cogneon-Kompetenzzentrum in Nürnberg
  • Aus der Praxis: Die NASA als Lernende Organisation
  • Aus der Wissenschaft: Europäische Enterprise 2.0-Studie
  • Cogneon 2.0: Umstellung unseres Innovationsprozesses
  • Do it yourself: DocFetcher – Ihre persönliche Suchmaschine
  • Termine

Simon Dückert unterwegs: Besichtigung des neuen Cogneon-Kompetenzzentrum in Nürnberg

Diesmal waren wir in eigener Sache unterwegs, denn Cogneon vergrößert sich. Ab Juni sind wir nicht nur an den Standorten Erlangen und Düsseldorf vertreten, sondern auch in Nürnberg. Auf dem Gelände einer ehemaligen Elektrofabrik entsteht im Nürnberger Norden momentan der so genannte Rilkepark, in Zukunft Heimat für unser Kompetenzzentrum Wissensmanagement. Neben einem kleinen Café werden wir dort einen Co-Working-Bereich, Seminar- und Workshop-Möglichkeiten sowie eine Bibliothek zum Thema Wissensmanagement inklusive Arbeitsplätzen für Studientage/-wochen bieten. Das neue Cogneon-Kompetenzzentrum ist ein Baustein der Neuausrichtung unseres Geschäftsmodells für das zweite Jahrzehnt von Cogneon, die wir bis zum 21. Dezember abgeschlossen haben wollen. Auch wenn dieser Prozess also noch längere Zeit läuft, steht bereits fest, dass wir in Zukunft neben der Beratung auch Co-Working-Möglichkeiten und Schulungen in unserer Cogneon Akademie anbieten werden.
Werfen Sie einen ersten exklusiven Blick in das Kompetenzzentrum in einer Fotostrecke.

Aus der Praxis: Die NASA als Lernende Organisation

Übergeordnetes Ziel moderner organisationaler Wissensmanagement-Ansätze ist die Entwicklung von Organisationen zu Lernenden Organisationen. Laut dem D-A-CH Wissensmanagement Glossar hat eine Lernende Organisation die Fähigkeit, Wissen zu entwickeln, zu erwerben und zu (ver-)teilen sowie ihr Verhalten auf Basis neuen Wissens und neuer Einsichten zu verändern. So definiert David Garvin, Professor für Business Administration an der Harvard Business School und Autor des Buchs Learning in Action: A Guide to Putting the Learning Organization to Work, den Charakter einer Lernenden Organisation. Der Förderung von Lernenden Organisationen hat sich auch die renommierteste Auszeichnung im Bereich Wissensmanagement verschrieben: Der Most Admired Knowledge Enterprise Award (MAKE) wird seit 10 Jahren an Unternehmen verliehen, die sich durch ein überdurchschnittliches Wachstum ihres intellektuellen Kapitals auszeichnen. Der MAKE-Award fordert von den Teilnehmern also explizit die Entwicklung zur Lernenden Organisation. Einer der Preisträger aus den vergangenen Jahren ist die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA. Sie gewann den MAKE-Award 2008 in der Region Nordamerika.

Ganzheitlicher Ansatz:

An der Spitze des NASA-Wissensmanagement-Teams (NASA KM Team) steht mit dem Chief Information Officer der oberste IT-Manager, der vom Chief Engineer unterstützt wird und eng mit der Personalabteilung zusammenarbeitet. Insgesamt engagieren sich 115 Personen aus der gesamten Behörde im KM Team, von IT-Experten bis zu Anthropologen. Die NASA verfolgt hier also einen ganzheitlichen Ansatz. Im Rahmen des Wissensmanagement-Prozesses der NASA werden für die Mitarbeiter zum Beispiel Möglichkeiten zur Remote-Zusammenarbeit geschaffen und sie werden beim Zusammenschluss zu selbstorganisierten Communities of Practice (Wissensgemeinschaften) unterstützt. Außerdem soll die Erfassung von Wissen und dessen Management verbessert werden. Im Bereich der Technik wird unter anderem das Datamining optimiert und Semantische Technologien eingeführt. Zu den Methoden, die bei der NASA zum Einsatz kommen, gehören zum Beispiel das interaktive NASA Internet-Portal, die Dokumentation von Erfahrungen in Form von „Lessons Learned“ und der interne Austausch in Communities of Practice.

Roadmap bis 2025:

Diese und andere Methoden sowie die entsprechenden Tools wurden zwischen 2003 und 2009 implementiert, als nächster Schritt folgte dann die Entwicklung zur Lernenden Organisation. Kernstück hierbei ist das NASA Engineering Network, das sicherstellt, dass Best Practices und Schlüsselerfahrungen geteilt und angewandt werden. Eine Wissensmanagement-Roadmap legt außerdem die weiteren Schritte bis 2025 fest. Weiter Informationen finden Sie auf der Webseite des NASA KM Teams. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Unternehmen eine Lernende Organisation ist, dann gibt der Schnelltest Learning Organization Survey der Harvard Business School eine erste Antwort. Wenn Sie sich zur Lernenden Organisation entwickeln möchten, begleiten wir Sie gerne auf dem Weg. Sprechen Sie uns an!

Aus der Wissenschaft: Europäische Enterprise 2.0-Studie

Ende vergangenen Jahres wurde der Abschlussreport der Enterprise 2.0-Studie veröffentlicht, die im Auftrag der Europäischen Kommission von Tech4i2, Headshift und IDC erstellt wurde. Dabei gingen die Autoren der Studie vor allem folgenden Fragen nach: Was ist Enterprise 2.0? Warum ist es wichtig? Wie wird es implementiert? Was sollte die Europäische Kommunikation tun?
Bei der Definition des Begriffs Enterprise 2.0 orientiert sich die Studie an Andrew McAfee, der unter Enterprise 2.0 den Einsatz von Social Software-Plattformen im Unternehmen sowie zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden und Partnern versteht. Mit dem Apronym SLATES (Search, Links, Authorship, Tags, Extensions, Signals) fasst McAfee typische Social Software-Funktionen zusammen, die im Unternehmenskontext angewandt werden können. 
Die Hauptneuerung des Enterprise 2.0 liegt für die Autoren der Studie aber nicht so sehr in den technischen Entwicklungen, sondern darin, dass folgende Werte aus dem Web 2.0 für Unternehmen übernommen werden: Emergent Approach, Open Innovation, also die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen, das Fehlen von Hierarchien, many-to-many-Kommunikation und Rapid Development. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass erst Enterprise 2.0 die Einführung von Open Innovation-Prozessen und innovativen Arbeitsmethoden möglich macht. Als Nutzen von Enterprise 2.0 identifiziert die Studie Folgendes:

  • Dadurch dass bewusst wird, wer was tut, sinkt die Zahl der Fehler in den Projekten.
  • Open Innovation erhöht die Kreativität.
  • Durch die Verdichtung in Wikis, Blogs und Storytelling entsteht ein Unternehmensgedächtnis für informelles und individuelles Wissen. Dieses Wissen ist auch bei der Einbindung von neuen Mitarbeitern hilfreich.
  • Die  Time-to-Market für neue Produkte sinkt.
  • Die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern steigt.

Die Autoren betonen außerdem, dass der Zugriff auf das Wissen und Können anderer Mitarbeiter einen positiven Effekt auf die Produktivität eines Unternehmens hat – auch wenn sich die monetären Auswirkungen nur schlecht quantifizieren lassen. Und sie weisen explizit darauf hin, dass sich die Kosten für die Einführung von Enterprise 2.0-Lösungen in Grenzen halten.
An die Politik richten sie die Empfehlung, Forschungs- und Innovationsprogramme zu verändern und durch die Implementierung von Enterprise 2.0 in der EU mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Studie kann im PDF-Format kostenlos heruntergeladen werden.

Cogneon 2.0: Umstellung unseres Innovationsprozesses

Die Erfahrung zeigt uns, dass eine systematische Innovation im Beratungs- und Projektalltag schwer umzusetzen ist. Deswegen stellen wir die Entwicklung aller unserer Produkte auf einen adaptierten Scrum-Prozess um. (Video: SCRUM in Under 10 Minutes). Konkret bedeutet dies, dass alle Cogneon Produkte in Zukunft versioniert werden: Im Halbjahresrhythmus erscheint jeweils eine neue Produktversion (ein Sprint). Wir erhoffen uns dadurch mehr Agilität in der Produktentwicklung.
Mitarbeiter, aber auch Kunden und Anwender können Anforderungen an neue Produktversionen dann in den jeweiligen Product Backlog einbringen. Die Vorschläge werden priorisiert und die jeweils wichtigsten im neuen Release umgesetzt.
Zu ausgewählten Produkten (z.B. Expert Debriefing, Enterprise 2.0, Wiki, Web 2.0-Führerschein) werden wir außerdem Grundschulungen und/oder kostenpflichtige Communities of Practice anbieten. Die Termine dieser Schulungen und Community-Treffen sind so organisiert, dass dort die halbjährlichen Neuerungen am Produkt thematisiert werden können. Die ersten Produkte, die nach diesem Prozess innoviert werden, sind unser Expert Debriefing, unsere Methode für persönliches Wissensmanagement und unser Portal cogneon.de.

Do it yourself: DocFetcher – Ihre persönliche Suchmaschine

Mit der steigenden Datenmenge wächst unser Bedarf nach Suchmöglichkeiten bis hin zur semantischen oder facettierten Suche. Auch das Intranet Design Annual 2010 von Jakob Nielsen, kommt (jährlich) zu dem Schluss, dass das Thema Suche noch lange nicht optimal gelöst ist. Neben den Ansätzen Enterprise Search (alle Datenquellen des gesamten Unternehmens können durch alle Mitarbeiter durchsucht werden, z.B. Fast, Autonomy, Google Search Appliance) und Desktop Search (ein einzelner Mitarbeiter kann seinen Computer sowie Mails, Kontakte, Termine etc. durchsuchen, z.B. Copernic/Google Desktop, integrierte Windows-Suche) wollen wir Ihnen heute unter dem Arbeitstitel "Document Library Search" einen dritten Ansatz vorstellen: Die Software DocFetcher erleichtert Ihnen das Suchen nach Dokumenten.
DocFetcher kann auf einem Laufwerk oder auf einem USB-Stick installiert werden und erstellt dort so genannte Indexdateien, die anschließend zur Suche verwendet werden. So lassen sich zum Beispiel Abteilungs- oder Projektlaufwerke oder auch Teile davon durchsuchbar machen. Nützlich ist DocFletcher außerdem, wenn Dokumente in einem klar abgegrenzten Bereich, wie zum Beispiel der Literatursammlung eines Wissensarbeiters, durchforstet werden sollen. So lassen sich sehr schnell Textbausteine finden. Je nach Bedarf kann man mit DocFetcher sowohl permanente Indizes für große Dokumentensammlungen als auch temporäre Indizes für kleinere Ordner erstellen, die automatisch wieder entfernt werden. Ein weiterer Vorteil: Bei Installation auf einem USB-Stick ist mit DocFetcher auch die Suche auf verschiedenen Rechnern möglich.

Termine