COGNEON Newsletter 01/2011
Editorial
Liebe Leser,
vor uns liegt ein spannendes Jahr 2011: Wir wollen mit einem neuen Geschäftsplan in das 2. Cogneon-Jahrzehnt gehen, gestalten unseren Internetauftritt neu und überarbeiten unser Produktportfolio. Angelegt ist dieser Prozess als Open-Innovation-Projekt: Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und ihr Feedback. Und wir wünschen Ihnen natürlich auch viel Erfolg für Ihre Projekte im neuen Jahr und unterstützen, wo wir können!
Vielen Dank auch für die Resonanz auf unsere Umfrage zum Cogneon-Newsletter: Die bisherigen Teilnehmer wünschen sich vor allem News aus dem Bereich Wissensmanagement und Persönliches Wissensmanagement sowie Berichte aus der Praxis. Außerdem wird der schnelle Überblick gegenüber ausführlichen Informationen bevorzugt. Diesen Wünschen kommen wir gerne nach. Wir freuen uns natürlich auch jederzeit über neue Leser: Sie haben Kollegen, Bekannte, Freunde, die sich ebenfalls für das Thema Wissensmanagement interessieren? Dann leiten Sie den Cogneon-Newsletter doch einfach weiter! Ihre Meinung zu unserem Newsletter können Sie uns natürlich auch gerne weiterhin mitteilen: Zur Umfrage.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Cogneon-Team
Inhalt:
- Simon Dückert unterwegs: Mitgliederversammlung Spitzencluster Medical Valley
- Aus der Praxis: Expert Debriefing im Einklang mit Wikis und persönlichem Wissensmanagement
- Aus der Wissenschaft: Microblogging im Unternehmen
- Cogneon 2.0: IST-Geschäftsmodell und Wissensbilanz veröffentlicht
- Do it yourself: Die Pomodoro-Technik
- Termine
Simon Dückert unterwegs: Mitgliederversammlung Spitzencluster Medical Valley
Im Dezember fand im Erlanger Innovationszentrum für Medizintechnik und Pharma (IZMP) die erste Mitgliederversammlung des Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) statt. Wir sind am Projekt "Cluster Management 2.0" des Spitzenclusters beteiligt und waren natürlich auch bei der Jahresabschlussfeier mit dabei. Moderiert von der Fernsehmoderatorin Ursula Heller diskutierten bei einem Bargespräch Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesundheitsversorgung die Chancen und Herausforderungen neuartiger Technologien, die aktuell im Medical Valley EMN entwickelt werden.
Das Medical Valley EMN ist eines von zehn nationalen Spitzenclustern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Rahmen des Medizintechnik-Clusters werden insgesamt 40 Projekte mit über 80 beteiligten Organisationen (z.B. Siemens, Bayerisches Rotes Kreuz, Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen, Gesellschaft für medizinische Ausbildung, Klinikum Nürnberg, Universitätsklinikum Nürnberg) initiiert, ein Paradebeispiel für interorganisationales Wissensmanagement. In unserem Projekt werden die Bereiche Cluster Management, Web 2.0/Enterprise 2.0 und Wissensmanagement zusammengeführt und in einem innovativen Ansatz auf den Cluster übertragen. Zu unseren Aufgaben gehört es, einen Knowlegde-Coach einzusetzen, der im Cluster als Ansprechpartner zum Thema Wissensmanagement zur Verfügung steht. Außerdem sind wir für die Initiierung und Organisation eines monatlichen Medical Valley-Coworkings zuständig, in dem die Cluster-Mitglieder an einem Ort zusammenarbeiten und ihr Wissen austauschen können. Darüber hinaus wird die Veranstaltungsreihe "Medical Valley Talks" (in Anlehnung an Google Talks" angeboten, ein regelmäßiges, einstündiges Expertengespräch im Bereich der Medizintechnik inkl. Weiterbildungsblöcke zum Thema persönliches Wissensmanagement für die Cluster-Mitglieder.
Erste Erkenntnisse aus dem Projekt "Cluster Management 2.0" stellen wir im Oktober auf der WikiSym im Silicon Valley und im November auf dem Knowledge City Summit in Israel vor.
Aus der Praxis: Expert Debriefing im Einklang mit Wikis und persönlichem Wissensmanagement
Bereits seit 13 Jahren setzen wir unsere Expert Debriefing-Methode zur Wissensbewahrung ein, die wir Ende der 1990er-Jahre noch unter dem Dach des Forschungszentrums für wissensbasierte Systeme FORWISS entwickelt haben. Damit ist das Cogneon-Expert Debriefing die älteste und vermutlich auch die ausgereifteste Methode des Wissenstransfers bei Personalwechseln. Um gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, entwickeln wir unsere Methode aber natürlich kontinuierlich weiter.
Aufgrund des demografischen Wandels muss in Zukunft immer mehr (Wissens-)Arbeit von immer weniger (Wissens-)Arbeitern erledigt werden: Die Steigerung der Produktivität von Wissensarbeit ist damit die wichtigste Herausforderung für das Management im 21. Jahrhundert. Peter F. Drucker, der den Begriff des Wissensarbeiters prägte und bereits damals auf diese Herausforderung hinwies, behält also wiedermal Recht.
Dass dieses Problem auch in den Führungsetagen der Personalabteilungen zunehmend erkannt wird, belegt die Aussage von Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Telekom, in den VDI-Nachrichten vom 7. Januar: "Der Arbeitsmarkt war bis vor wenigen Jahren ein Nachfragermarkt. Firmen besaßen die Marktmacht. Doch die demografisch bedingten strukturellen Talentengpässe verändern die Spielregeln. [...] Firmen bewerben sich zunehmend um Mitarbeiter und verhandeln auf gleicher Augenhöhe. [...] Wir entwickeln uns eben hin zur Wissensgesellschaft. Dabei wird Wissen nicht mehr monopolisiert durch hierarchisch geordnete Schichten, sondern ist frei verfügbar durch und in Communities".
Angesichts dieser Notwendigkeiten haben wir unsere Methode Expert Debriefing modifiziert und sie mit unserem Wiki-Konzept und unserem Ansatz des persönlichen Wissensmanagements, der allen Mitarbeitern durch Schulungen oder in einer Corporate University nahegebracht werden kann, zusammengeführt. Aufgrund der stark steigenden Nachfrage bieten wir außerdem zusätzlich zur Führungssensibilisierung im Bereich Wissensbewahrung und dem "Expert Debriefing-Einführungspaket" zweimal jährlich eine zweitägige "Grundschulung Expert Debriefing" an. Diese Schulung wird erstmalig im Sommer 2011 stattfinden. Interessenten können sich unter info@cogneon.de vormerken lassen und werden baldmöglichst über den genauen Termin informiert.
Aus der Wissenschaft: Microblogging im Unternehmen
Bereits 2007 hat eine interne Kommunikationseffizienz-Analyse der Telekom Austria belegt, dass "unnötige E-Mails" Hauptgrund für die mangelnde Produktivität von Wissensarbeitern sind - gefolgt von "ineffektiven Besprechungen" und "unnötigen Telefonaten". Die Verbesserung der internen und externen Kommunikation würde die Produktivität also deutlich steigern. Ein mögliches Kommunikationsinstrument, das zu erheblich mehr Effizienz in Unternehmen führen könnte, ist das Microblogging, das durch Dienste wie Twitter und Yammer bekannt geworden ist. Viele Unternehmen setzten bereits auf Social Media oder planen deren Einsatz zumindest. Doch inwiefern lässt sich Microblogging in Unternehmen adaptieren? Dieser Frage geht die Studie "Modeling Microblogging Adoption in the Enterprise" von Dirk Riehle, Professor für Open Source Software an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach. Riehle und Kollegen kommen zu dem Ergebnis, dass klassische Technology-Adoption-Modelle wie z.B. die "Unified Theory of Acceptance and Use of Technology UTAUT" nicht einfach auf das Microblogging übertragbar sind. Microblogging stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, weil auch Themen wie Reputation oder Datenschutz eine Rolle spielen. Modelle wie UTAUT müssen also ergänzt werden: Da das Microblogging im Gegensatz zur E-Mail öffentlich ist, sei es zum Beispiel besonders wichtig, klar festzulegen, wer auf die Einträge zugreifen kann und wie lange diese archiviert werden, so die Wissenschaftler.
Auf der Blog-Seite von Dirk Riehle können Sie sich das PDF der Studie herunterladen. Prof. Riehle war im Dezember Gast beim Wissensmanagement Stammtisch der Metropolregion Nürnberg: Eine Zusammenfassung finden Sie hier.
Cogneon 2.0: IST-Geschäftsmodell und Wissensbilanz veröffentlicht
Wie im letzten Newsletter angekündigt, haben wir die Ergebisse unseres Geschäftsmodell-Workshops und unsere Wissensbilanz für ein Open Innovation Projekt in 2011 veröffentlicht. Unter Cogneon 2.0 (Open Innovation Projekt) finden Sie die beiden Dokumente sowie einen Link zu einem Fragebogen, in dem Sie unsere ersten Produktideen für die Zukunft bewerten und eigene Ideen einbringen können.
Mit dem Relaunch unserer Webseiten am 21.02.2011 wird es einen eigenen Online-Bereich zum Open Innovation Projekt geben.
Do it yourself: Die Pomodoro-Technik
Im Cogneon Newsletter 11/2010 haben wir Ihnen die "Getting Things Done"-Methode (GTD) zur Organisation der - meist ungeordnet - eingehenden Aufgaben eines Wissensarbeiters vorgestellt.
Heute stellen wie die sogenannte Pomodoro-Technik vor, die Ihnen hilft, die durch GTD erfassten Aufgaben auch effizient abzuarbeiten. Hierzu werden alle Aufgaben nach Dringlichkeit sortiert und anschließend in 25-Minuten-Abschnitten (= Pomodoro) abgearbeitet, in denen man sich nur auf diese eine Aufgabe konzentriert. Diese Abschnitte dürfen nicht unterbrochen werden! Sollte dies dennoch passieren, dann beginnt man die kompletten 25 Minuten noch einmal von vorne. Zwischen den Abschnitten gönnen Sie sich jeweils 5 Minuten Pause und Entspannung, in denen Sie nichts tun, was mit den eigentlichen Aufgaben zu tun hat. Gern genommene Ablenkungen wie eine schnelle Tasse Kaffee zwischendurch oder eine kurze E-Mail werden in die Pausen verschoben. Nach je vier Pomodori gibt es dann eine längere Pause von 15 - 20 Minuten.
Entwickelt wurde die Pomodoro-Technik von dem Italiener Francesco Cirillo. Er hat herausgefunden, dass 25 Minuten als Arbeitseinheit ideal sind, da dies unserer optimalen Aufmerksamkeitsspanne entspricht nach der wir unsere Aufgaben sowieso intuitiv ein- und Pausen systematisch verteilen.
Der ungewöhnliche Name Pomodoro-Technik stammt übrigens von einer Eieruhr in Tomatenform, die Cirillo bei seinen Versuchen zu Hilfe nahm. Mehr als eine Eieruhr brauchen Sie eigentlich auch nicht, um die Methode umzusetzen. Inzwischen gibt es aber auch entsprechende Tools und Apps wie "Pomodairo" für PC und "Pomodoro Time Management" für iPhone/iPad.
Die obengenannte Studie der Telekom Austria hat übrigens ergeben, dass Mitarbeiter in einem typischen Großraumbüro nur 11 Minuten unterbrechungsfrei arbeiten können. Da die Unterbrechungen wiederum zu Folgeaktivitäten führen, gehen pro Tag geschätzt zwei Stunden durch Unterbrechungen verloren. 25 Minuten konzentriertes Arbeiten am Stück sind also schon ein großer Fortschritt! Das Buch zur Pomodoro-Technik können Sie sich hier kostenlos downloaden.
Termine
- 21. - 23. Februar 2011: 6. Konferenz Professionelles Wissensmanagement in Innsbruck
- 05. Oktober 2011: WikiSym 2011 in Mountain View, California, USA (Silicon Valley)
- 13. Oktober 2011: 9. Karlsruher Symposium für Wissensmanagement: Zu diesem Anlass werden wir eine Kurzversion unseres Web 2.0-Führerscheins vorstellen.
- 14. - 17. November 2011: Knowledge City Summit in Holon, Israel
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