Learntec 2008 - Retrospektive

Am 29. und 30.01.2008 bin ich Besucher und Referent auf der Learntec 2008 in Karlsruhe mit dem Untertitel "Lernen 2.0 - Wege in die Zukunft". Hier einige Notizen zu den Beiträgen, die ich besucht habe.

Podiumsdiskussion in der Eröffnungsveranstaltung
- Teilnehmer: Prof. Michael Hüther, Staatssekretär Hartmut Schauerte, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, Daniel F. Pinnow.
- "Je größer die Abstände (durch Globalisierung), desto wichtiger wird Ethik."
- "Haftung darf nicht von Entlohnung entkoppelt werden."
- "Es gibt keine Eliten ohne Ethik. Ohne Ethik gehört man nicht zur Elite."
- "Eine Führungskraft ist auch nicht allwissend, sondern hat Zweifel und Ängste."
Workshop Wissensmanagement: Web-2.0-gestütztes Wissensmanagement
- Moderation: Dr. Jochen Robes (weiterbildungsblog.de)
- Simon Dückert: Enterprise 2.0 - eine Revolution im Denken ist gefragt.
- siehe Weblog Vortrag "Enterprise 2.0 - eine Revolution im Denken ist gefragt" auf der Learntec 2008
- Zum Begriff der Wissensarbeit siehe Beitrag zur Beschreibung und Analyse von Wissensarbeit.
- Prof. Gabi Reinmann (Weblog: e-Denkarium): Knowledge Blogs zwischen Autonomie und sozialer Eingebundenheit.
- Fokus: Persönliches Wissensmanagement, Knowledge Blogs, Motivationspsychologische Perspektive.
- Martin Roell: Knowledge Blogs dienen als Informationsspeicher, als Reflexionsmedium, als Kommunikationsmedium.
- Wissensarbeit - Merkmale nach Willke: Komplexität, geringe Planbarkeit, Information. Koordination und Kooperation nötig, Entwicklung und kreative Leistungen, Wissen als Ressource, Verbindung mit Nichtwissen.
- Übersehen werden Lehrerblogs (z.B. Herr Rau)
- Knowledge Blogger Studien nach Jan Schmidt.
- Erklärung des Bloggens durch die Selbstbestimmungstheorie ("der Mensch strebt danach etwas zu bewirken") (s.a. Self-Determination Theory).
- Mit Knowledge Blogs knüpft und pfegt man soziale Kontakte.
- "Weblogs müssen freiwillig geführt werden!"
- Dr. Peter Schütt: Erfahrungen mit Web 2.0-orientiertem Business Social Networking bei IBM
- Fokus: Business Social Networking.
- 3 Arten von Web 2.0: 1. Privat und unsicher 2. B2C (z.B. Daimler Blog) 3. Unternehmensintern (beginnt erst langsam).
- "Das lange Ende des Wissens" gemäß dem Buch The Long Tail.
- Anmerkung: auch im Vortrag von Herr Schütt befindet sich der klassische Übersetzungs-/Interpretationsfehler von tacit und explicit knowledge, deswegen hier noch einmal eine Aufklärung: tacit knowledge ist unbewusstes Wissen und explicit knowledge ist bewusstes Wissen (und NICHT dokumentiertes Wissen). Auch Nonaka meinte mit "Externalisierung" NICHT Dokumentation, sondern Bewusstwerdung.
Podiumsdiskussion St. Google und die Webdrachen
Teilnehmer: Prof. Hermann Maurer, Joscha Remus, Matthias Schindler, Dr. Andreas Gördeler.

- Buchtipp: Wisdom of Crowds und The Cult of the Amateur parallel lesen (aber nur bis zur Hälfte).
- "Balance zwischen Wissen der vielen und Wissen der Experten muss gefunden werden."
- Beispiele für Enzyklopädien, in denen Qualitätskontrolle betrieben wird: Citizendium, Meyer Lexikon Online, Scholar Pedia, everything2.
- "Shell nutzt Mediawiki mit 40 Millionen Artikeln."
Moodle Learntec-Konferenz
Moodle ist ein kostenloses, Open-Source Lernmanagement-System
- Ralf Hilgenstock: Warum gerade Moodle?
- Drei Antworten: 1. Ein LMS muss die Systemadministratoren überzeugen 2. Ein LMS muss die Lehrpersonen überzeugen 3. Ein LMS muss die Lernenden überzeugen.
- Über 37.000 Moodle-Systeme aus über 200 Ländern in 70 Sprachen (Dunkelziffer höher).
- Beispiele: 1. Moodle.org mit 370.000 Nutzern, betrieben als Community-Plattform mit dem zentralen Kurs "Using Moodle" 2. Open University (UK) mit ca. 200.000 Nutzern 3. Brno University of Technology mit ca. 40.000 Nutzern und ca. 19.000 Kursen.
- Professionellen Support durch moodle Partner (z.B. Dialoge, unodo, LIIP, act2win).
- Weltweit ca. 50 Software-Entwickler aktiv.
- Martin Dougiamas (kommt im März 2008 zur Moodle Konferenz nach Heidelberg) hat 2002 die erste Version an den Markt gebracht. Er wollte nicht eine neue Technologieentwicklung machen, sondern ein pädagogisches Konzept umsetzen (aktives Teilnehmen und kommunizieren statt Abbildung von Frontalunterricht).
- Idee hinter Moodle: Social Constructivism.
- Beispiele für Funktionen: Forum, Wiki, Test etc.
- André Krüger und Ralf Hilgenstock: Was ist neu in den Versionen 1.8 und 1.9?
- Erfahrung: Moodle ist hungrig auf Hauptspeicher (keine Billighosting-Angebote verwenden!). In Version 1.9 besser, da mehr Indices.
- Gruppen und Gruppierungen.
- Import von alten Versionen funktioniert erfahrungsgemäß gut.
- Yellow Pages durch Tagging von Profilen möglich.
- Lernziele können zentral und im Kurs definiert werden.
- Rechte und Rollen in Lernaktivitäten (über Rollenzuordnungen kann Mandantenfähigkeit realisiert werden).
- Moodle-Systeme vernetzen (z.B. Kursinhalte aus anderen Systemen verwenden).
- Holger Nauendorff: Moodle als Projekt-Portal
Podiumsdiskussion: Kopf oder Zahl - Gewinnen wir unsere Zukunft!
- Teilnehmer: Günther Szogs, Bernhard von Mutius, Prof. Günther Koch, Prof. Joachim Hasebrook, Prof. Peter Pawlowsky, Gerald Böse.
- Vergleich von Kennzahlen: Anteil Arbeitslose bei Geringqualifizierten, Anteil von Menschen, die mit ihrem Leben sehr zufrieden sind.
- "Wir brauchen eine klare Vision für die globale Wissensgesellschaft und die haben wir noch nicht."
- "Die Lern- und Wissens-Community sollte sich mehr für andere Communities öffnen."
- "Die Finanzcommunity muss erkennen, dass sie andere Kennzahlen (z.B. Intangibles) zur Messung von Performance benötigt."
- "Wir müssen von den Sonntagsreden zum Montagshandeln kommen."
- Bezug zum Thema Wissensstädte, z.B. Knowledge Based Development Week in Monterrey/Mexiko.
Einige generellen Kommentare zur Veranstaltung
- Der Veranstaltungsort in der neuen Messe in Karlsruhe ist sehr schön und modern, wenn auch durch die Größe bedingt etwas anonym.
- Die Einführungsveranstaltung am ersten Tag fand ich etwas lang (dauerte den ganzen Vormittag, keine "ziehenden" Keynote-Speaker). Ich denke, dadurch sind mehrere Teilnehmer erst am Nachmittag gekommen.
- Das Arrangement bei der Abendveranstaltung war sehr gut, ein Bereich zum "Ankommen" mit Stehtischen, an denen man interessante Gesprächspartner für das Abendessen sondieren konnte. Das Abendessen und der Wein waren auch sehr gut und im Preis inbegriffen(!).
- Die Musik beim Abendessen (Live-Band) war viel zu laut, man konnte sich kaum noch unterhalten.
- Am zweiten Tag war leider der ganze Aufbau im Empfangsbereich verschwunden, was ein bisschen steril ausgesehen hat. Ein paar gemütliche Sitzecken wären schön gewesen.

- Leider kein kostenloser WLAN-Zugang.
- Sehr angenehm: der kostenlose Bustransfer zwischen Veranstaltungsort und Hauptbahnhof.

- Präsentationen der vergangenen Learntec-Veranstaltungen sind nicht auf der Webseite verfügbar.
- Weblog von simon.dueckert
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