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COGNEON Newsletter 12/2010
Editorial
Liebe Leser,
zum Relaunch unseres Newsletters gehört es auch, dass wir Sie ab sofort regelmäßig mit Neuigkeiten aus dem Bereich Wissensmanagement versorgen. Dazu stehen wir: Nur wenige Wochen nach der ersten Ausgabe des "neuen" Cogneon-Newsletters haben Sie heute bereits Ausgabe 2 auf dem Bildschirm, in der wir wieder viel Wissenswertes gesammelt haben.
Noch nicht ganz befriedigt ist hingegen unsere Neugierde, was Ihre Meinung zum Newsletter betrifft: Wir wollen mehr wissen! Ein paar Minuten reichen, um uns zu sagen, was Sie über unseren Newsletter denken: Zur Umfrage.
Viel Spaß bei der Lektüre!
Ihr Cogneon-Team
Inhalt:
- Simon Dückert unterwegs: Cogneon Knowledge Jam "Wissensvisualisierung"
- Aus der Praxis: Melbourne und Ottawa sind die Wissensstädte 2010
- Aus der Praxis: Persönliches Wissensmanagement bei Johnson Controls
- Aus der Wissenschaft: I-Know 2010 Proceedings
- Cogneon 2.0: IST-Geschäftsmodell und Wissensbilanz werden veröffentlicht
- Do it yourself: Dropbox
- Termine: Startschuss für den Relaunch des Cogneon-Webauftritts am 21.12.2010
Simon Dückert unterwegs: Cogneon Knowledge Jam "Wissensvisualisierung"
Der Weg zu einem meiner spannendsten Termine in den vergangenen Wochen war diesmal besonders kurz: Beim Cogneon Knowledge Jam zum Thema Wissensvisualisierung Anfang Dezember trafen sich Experten aus dem Bereich Semantic Web in unserem Haus. Vor Beginn des Jams war ich davon ausgegangen, dass die Wissensvisualisierung eines der Hauptanwendungsgebiete des Semantic Web ist. In der Praxis sieht das jedoch anders aus: Die Wissensvisualisierung ist ein eher untergeordneter Bereich, im Fokus stehen hingegen eher die Anzeige verwandter Inhalte und das intelligente Tagging - also das Zuordnen von Schlagwörtern. So können zum Beispiel häufig verwendete Tags eines Nutzers herangezogen werden, um ein Benutzerprofil zu erstellen und ihm in der Folge Blog-Einträge oder Artikel vorzuschlagen, die zu seinen Tags passen. Oder es lassen sich Personen mit ähnlichen Interessen identifizieren: Hier liegt Potenzial für die firmeninterne Vernetzung und Kultivierung von Communities of Practice.
Ein Beispiel aus der Praxis stellte Karsten Ehms von Siemens mit dem Tagging Framework seines Unternehmens vor. Dort sollen die Tags aus der Siemens Blogosphere, der Siemens Wikisphere und dem TechnoWeb (einer Community-Plattform) in einem gemeinsamen Tagging Framwork verwaltet werden. Im nächsten Schritt werden Services aus dem Tagging-Framework dann in interne Knowledge-Management Tools wie das Unternehmens-Wiki und den Unternehmens-Blog integriert. Mehr dazu auch im Beitrag zur I-Know in diesem Newsletter.
Stichpunkte zu allen Beiträgen des Jams finden Sie in einem Weblog mit MindMap und Präsentationen.
Aus der Praxis: Melbourne und Ottawa sind die Wissensstädte 2010
In unserem letzten Newsletter haben wir über Wissensstädte und den MAKCi-Award berichtet. Inzwischen wurde der Most Admired Knowledge City Award 2010 auf dem internationalen Knowledge City Summit in Melbourne verliehen. Der Gastgeber Melbourne und Singapur landeten in der Kategorie Knowledge Metropolis auf den Plätzen eins und zwei, in der Kategorie Knowledge City-Region sicherten sich Ottawa und Manchester die beiden vorderen Plätze. In der Begründung der Jury heißt es: "Die diesjährigen Gewinner sind weltweit beispielgebend für die Formulierung und Implementierung von Strategien zur wissensbasierten Stadtentwicklung".
In Melbourne leben Menschen aus über 140 Nationen, heute ist die Stadt ein kultureller "Hotspot" und die führende multikulturelle Stadt in Australien. Diese kreative Mischung managed Melbourne durch wissensbasierte Initiativen wie das Melbourne Knowledge Management Leadership Forum oder die Association of Knowledge Work. Ottawa hat sich seit den 1990er-Jahren zu einer der führenden Wissensstädte in der Welt entwickelt und war bereits in den beiden vergangenen Jahren für den Award nominiert.
Zu den Nominierten in der Kategorie Knowledge City-Region gehörten auch die beiden deutschen Teilnehmer, die Europäische Metropolregion Nürnberg und die Stadt Dresden. Beide erreichten jedoch nicht das Finale. Besondere Erwähnung fanden die Bemühungen Nürnbergs als "Stadt des Friedens und der Menschenrechte" Zeichen zu setzen.
Einer der Trends, der sich beim diesjährigen MAKCi-Award abzeichnete: Unter den Nominierten waren in diesem Jahr auch Städte aus Nordafrika und dem Mittleren Osten wie zum Beispiel Dubai, das erste Anstrengungen in Richtung Wissensstadt unternimmt. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des World Capital Institute und im Report zum MAKCi-Award 2010.
Aus der Praxis: Persönliches Wissensmanagement bei Johnson Controls
Beim Wissensmanagement steht der Mensch im Mittelpunkt: Wie es aussehen kann, wenn dieser Ansatz ernst genommen wird - statt lediglich technische Systeme auf organisationaler Ebene zu implementieren -, zeigt unser Kunde Johnson Controls. Als Grundlage für ein persönliches Wissensmanagement wurden von den beteiligten Mitarbeitern individuelle Mission und Vision Statements erstellt. Was sie von diesen persönlichen Wünschen und Zielen in das Unternehmen einbringen wollen, entscheiden die Wissensarbeiter anschließend selbst.
Johnson Controls ist einer unserer langjährigen Kunden, mit dem wir in den Bereichen Expert Debriefing, Wissenslandkarte, Wikis, Communities of Practice eng zusammenarbeiten. Gemeinsam mit Inga Löh von Johnson Controls hat Simon Dückert auf der I-Know 2010 zum Thema "Von der persönlichen Vision zur Teamvision" präsentiert. Erster Schritt hin zu einer Teamvision war bei Johnson Controls das Erarbeiten der persönlichen Statements. Die Teamvision wurde dann auf Basis der Einzelvisionen in gemeinsamen Workshops erarbeitet.
Als Teammethode setzt Johnson Controls seit mehreren Jahren auf Scrum. Die Erfahrungen von Johnson Controls zeigen, dass Arbeitsgruppen durch agile Methoden wie Scrum schnell zu selbstorganisierten, lernenden Teams werden, die effektive Ergebnisse liefern. Dabei verbessern sich nicht nur die Fähigkeiten des Einzelnen, sondern auch das Arbeitsumfeld: Ein wichtiger Schritt in Richtung lernende Organisation. Auf die Scrum-Methode waren die Wissensmanager des Unternehmens bei unserer Akademie 2007 gestoßen.
Scrum ist das Pendant zur "Getting Things Done"-Methode auf der individuellen Ebene, die wir in unserem letzten Newsletter vorgestellt haben. Der hier verwendete Ansatz des persönlichen Wissensmanagements ähnelt dem Ansatz von David Allen, den er in "Making it all work" beschreibt, seinem Nachfolgebuch zu "Getting Things Done".
Aus der Wissenschaft: I-Know 2010 Proceedings
Anfang September fand in Graz die I-Know 2010 statt, die zehnte Auflage der internationalen Konferenz zu Wissensmanagement und technologischer Unterstützung. Vor allem das umfassende, wissenschaftliche ausgerichtete Vortragsprogramm lieferte viele interessante Dankstöße. Einige Highlights möchten wir Ihnen kurz vorstellen.
Keynote von Marti Hearst, Professorin an der Berkeley School of Information zum Thema Emerging Trends in Search User Interfaces: "Das Suchen ist ein fester Bestandteil unseres Online-Lebens, die Websuche ein geläufiges Tool. Dennoch ist es schwierig, ein neues Search Interface zu entwickeln, das erfolgreich ist und auf breite Akzeptanz stößt. In ihrem Vortrag stellte Prof. Hearst neue Ideen und Trends zur Diskussion, die aus ihrer Sicht in Zukunft Einfluss auf die Websuche haben werden". Das Buch "Search User Interfaces" von Marti Hearst können Sie kostenlos downloaden. Auch das Intranet Design Annual 2010 von Jakob Nielsen sieht Enterprise Search als eines der wichtigen Zukunftsthemen.
Der zweite interessante Beitrag stammt von Walter Christian Kammergruber (Institut für Informatik TU München) und Karsten Ehms (Siemens AG, Corporate Technology) zum Thema A Corporate Tagging Framework as Integration Service for Knowledge Workers: "Digitales Wissensmanagement, das Inhalte über Tags organisiert, stellt uns vor Herausforderungen. Die Referenten präsentierten das Design eines "Corporate Tagging Framworks" das sich diesen Herausforderungen stellt: Als Alternative zu einem hoch entwickelten Ontology Design hat Siemens einen Thesaurus Editor (Webapplikation) gewählt, über den jeder Wissensarbeiter die Beziehungen der Tags untereinander definieren kann".
Mehr zur I-Know 2010 finden Sie im Cogneon Blog und in den Proceedings der I-Know.
Cogneon 2.0: IST-Geschäftsmodell und Wissensbilanz werden veröffentlicht
Cogneon feiert am 21. Dezember 2010 seinen 10. Geburtstag. Um gut aufgestellt in unser zweites Unternehmensjahrzehnt zu gehen, überarbeiten wir derzeit unser Geschäftsmodell. Darüber haben wir bereits im vergangenen Newsletter berichtet. Angelegt ist dieser Prozess als Open Innovation Projekt – Ihre Mitwirkung ist also möglich! Gemeinsam mit Ihnen möchten wir unsere Ziele für die kommenden zehn Jahre festlegen und klären, wie der Weg dorthin aussehen könnte. Nächster Schritt hierzu ist die Veröffentlichung unseres IST-Geschäftsmodells - welches wir gemeinsam mit Stefan Probst von Entresol erstellt haben - und unserer Wissensbilanz pünktlich zu unserem neunten Geburtstag am 21.12.2010.
Die Wissensbilanz haben wir mit Manfred Bornemann und Sven Wuscher vom Arbeitskreis Wissensbilanz anhand der Methode "Wissensbilanz made in Germany" erstellt. Diese Methode verwendet z.B. auch die EnBW zur Erstellung ihrer Wissensbilanz als festen Teil des Geschäftsberichts. Die Wissensbilanz werden wir als PDF und im originären Format der Wissensbilanz-Toolbox (Software) veröffentlichen, so dass Wissensbilanz-Interessierte, ähnlich dem Open-Innovation-Projekt von GoldCorp, mit unseren Rohdaten experimentieren können.
Im kommenden Newsletter werden wir Sie dann einladen, Ihre Ideen aktiv in das einjährige Projekt einzubringen.
Do it yourself: Dropbox
Computer sind heute nicht nur Arbeitsgerät, sondern auch virtuelles Gedächtnis. Wichtige Dokumente und Medien können dort gespeichert werden. Das Problem: Diese persönliche Dokumentensammlung liegt auf einem Rechner (oft ohne Backup) und ist von anderen Rechnern aus nicht zugänglich. Zudem ist das Abgleichen von Daten auf verschiedenen Rechnern ein mühsames Unterfangen: Das Kopieren kostet Zeit. Abhilfe schafft Dropbox, eine Online-Festplatte aus dem Bereich Cloud Computing – also Diensten, die die Aufgaben eines lokalen Rechners in der Infrastruktur des Netzes zur Verfügung stellen.
Die Nutzung der Dropbox ist einfach: Erster Schritt ist die Registrierung bei Dropbox und der Download der Software (z.B. für Windows). Dateien, die man online sichern will, kopiert man dann in den Dropbox-Ordner. Sämtliche Inhalte und auch jede Änderung werden nun mit dem Online-Pendant auf dem Dropbox-Server synchronisiert. Zwei Gigabyte Daten kann man kostenlos aufspielen, bei größeren Datenmengen wird der Dienst kostenpflichtig.
Zugriff auf die Daten hat man dann über die Dropbox-Website, aber auch über Applikationen für Windows, Mac, Linux, iPhone, iPad, Android und Blackberry. Wer möchte, kann außerdem anderen Personen den Zugriff auf einzelne Dateien oder Verzeichnisse gewähren und so Daten teilen. Bleibt die Frage nach dem Datenschutz: Auch hier bietet Dropbox eine Lösung, denn es ist mit Truecrypt kompatibel. Innerhalb der Dropbox können verschlüsselte Datencontainer angelegt werden, die nicht einmal der Anbieter einsehen kann. Für die Konfiguration gibt es eine einfache Anleitung.
Termine
Startschuss für den Relaunch des Cogneon-Webauftritts: Teil unseres Open-Innovation-Projekts zum 10. Geburtstag von Cogneon ist auch die Neugestaltung unseres Internetauftritts. Bis zum 21.02.2011 haben wir uns viel vorgenommen: So möchten wir unsere Plattform (inkl. Wiki) auch für Nicht-Kunden öffnen und unsere Sicht auf das Thema Wissensmanagement (wir nennen es das "Wissensmanagement der Erlanger Schule") inklusive unseres Wissensmanagement-Glossars veröffentlichen. Geben wird es außerdem einen Kalender mit den wichtigsten WM-Veranstaltungen sowie "KM News", eine Art Tageszeitung für den Wissensmanager. Hierfür suchen wir 20 Beta-Tester im Zeitraum vom 10. Januar bis 10. Februar 2011, die den Dienst vorab testen und Feedback in Form eines Fragebogens geben! Wir freuen uns über Interessenten, die sich bei jochen.fruehauf(at)cogneon.de melden können.
Weitere Elemente des neuen Cogneon-Webauftritts werden sein: Ein Soziales Netzwerk für registrierte Nutzer sowie eine Suche, die nicht nur die Inhalte von cogneon.de sondern auch die aus unserer Sicht wichtigsten Seiten im Internet durchsucht.
Weitere Termine:
- 15. - 16. November 2010: 7. Stuttgarter Wissensmanagement-Tage
- 01. - 03. Februar 2011: LEARNTEC 2011
- 21. - 23. Februar 2011: 6. Konferenz Professionelles Wissensmanagement in Innsbruck.
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