COGNEON Newsletter 05/2011

Editorial

Liebe Leser,

für uns steht dieses Jahr ganz im Zeichen unseres Projekts Cogneon 2.0, mit dem wir unser Unternehmen auf den richtigen Weg ins zweite Firmenjahrzehnt bringen. In wenigen Tagen haben wir einen weiteren Projektmeilenstein erreicht: Im Juni startet die Cogneon Akademie mit einem interessanten Kurs-Programm. Mehr dazu in diesem Newsletter. Außerdem geben wir Ihnen Tipps zum Erstellen von Social Media Guidelines, stellen Ihnen als Do -It-Yourself-Methode das After Action Review vor und berichten über einen zweiten Ausflug von Simon Dückert nach Würzburg. Ihre Beteiligung ist gefragt bei unserem WissensbilanzPlag: Gemeinsam wollen wir klären, wer die Wissensbilanz wirklich erfunden hat und ob das überhaupt so wichtig ist. Wir freuen uns auf Ihre Einträge im dazugehörigen Wiki.

Am bequemsten lesen Sie unsere Newsletter wie immer online.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Cogneon-Team

Inhalt:

  • Simon Dückert unterwegs: Preisverleihung zum Fachjournalist des Jahres
  • Aus der Praxis: Social Media Guidelines einmal anders
  • Aus der Wissenschaft: WissensbilanzPlag klärt Frage nach den Ursprüngen
  • Cogneon 2.0: Die Cogneon Akademie startet
  • Do it yourself: After Action Review
  • Termine

Simon Dückert unterwegs: Preisverleihung zum Fachjournalist des Jahres

Im letzten Newsletter habe ich von meinem Ausflug nach Würzburg zur 120-Jahr-Feier von Vogel Business Media berichtet, die unter dem Motto "Wissen macht stark" stand. Dort war ich eingeladen, über "Wissensmanagement - Erfolgsrezept für das 21. Jahrhundert" zu sprechen. Offensichtlich trifft dieses Thema exakt den Nerv der Zeit: Denn kurz darauf wurde ich zur Verleihung des Awards für den "Fachjournalist des Jahres 2011" am 11. Mai in Würzburg eingeladen, um vor rund 200 Gästen noch einmal das Thema Wissensmanagement vorzustellen, diesmal mit dem Fokus auf soziale Medien.
Auch einer der an diesem Abend prämierten Beiträge widmet sich dem Thema Soziale Medien, das für Fachjournalisten und Fachmedien eine immer größere Rolle spielt. So sind Fachmedien selbst verstärkt im Bereich Social Media aktiv. Ein Beispiel liefern die offiziellen Ausbildungsjournale des Kfz-Gewerbes, autoFACHMANN und autoKAUFMANN, die sich mit einem eigenen Facebook-Auftritt an den Berufsnachwuchs wenden.
Der "Karl Theodor Vogel Preis der Deutschen Fachpresse - Fachjournalist des Jahres 2011" wird von der Deutschen Fachpresse in Zusammenarbeit mit der Karl Theodor Vogel Stiftung verliehen und ehrt herausragende fachjournalistische Arbeiten. Die Stiftung wurde von Karl Theodor Vogel gegründet, der auch Senior-Verleger und Gesellschafter des Würzburger Fachmedienhauses Vogel Business Media war. Jährlich werden drei herausragende Fachjournalisten für ihre Arbeit ausgezeichnet.

Meine vollständige Präsentation "Wissensmanagement - Erfolgsrezept für das 21. Jahrhundert" finden Sie auf unsere Webseite unter Referenzen. Weitere Informationen zum Award finden Sie auf der Seite der Deutschen Fachpresse.

Aus der Praxis: Social Media Guidelines einmal anders

Über soziale Medien können Unternehmen direkt mit ihren Zielgruppen kommunizieren. Grundvoraussetzung für erfolgreiche Social Media-Aktivitäten ist die Definition einer Social Media-Strategie, die idealerweise auf die Unternehmens- und die Kommunikationsstrategie abgestimmt ist. Doch bevor gebloggt und getwittert wird, sollte noch eine weitere Voraussetzung geschaffen werden: Social Media Guidelines, die Regeln zum Gebrauch der Sozialen Medien festlegen und definieren, wo und was Mitarbeiter im Namen des Unternehmens kommunizieren sollen und dürfen.
Wer noch keine Regeln für den Umgang mit Sozialen Medien veröffentlicht hat, sollte dies zügig nachholen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Zum Beispiel dann, wenn private Äußerungen von Mitarbeitern als offizielle Unternehmensaussage (miss-)verstanden werden.

Informationen und Vorlagen für das Erstellen entsprechender Guidelines finden sich im Blog von Simon Dückert, aber zum Beispiel auch auf der Seite des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (PDF) (BITKOM) oder des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e.V. (PDF) (BVDW). Aus diesen "Baukästen" lassen sich für das eigene Unternehmen wertvolle Tipps entnehmen. Größte Herausforderung ist es dabei, verschiedene Ziele zusammenzubringen: Zum einen sollen den Mitarbeitern die Risiken von Äußerungen in den sozialen Medien vermittelt werden, zum anderen soll die Motivation, sich zu beteiligen, dadurch nicht negativ beeinflusst werden. Um diesen Spagat zu schaffen, gehen manche Unternehmen ungewöhnliche Wege: Neben "klassischen" Leitlinien oder Infografiken setzten sie auf Comics oder Videos, um ihr Anliegen mit einem Augenzwinkern an die Mitarbeiter heranzutragen. Ein Beispiel gefällig? Dann lassen Sie sich das Mitmachweb doch einfach von Tchibos Herrn Bohne erklären.

Aus der Wissenschaft: WissensbilanzPlag klärt Frage nach den Ursprüngen

Bereits seit mehr als zehn Jahren gibt es den Begriff Wissensbilanz (intellectual capital statement), der ein Instrument bezeichnet, mit dem das intellektuelle Kapital einer Organisation dargestellt werden kann. Neben der Balanced Scorecard ist die Wissensbilanzierung eine Methode, um außer dem finanziellen Kapital auch das intellektuelle Kapital oder Wissenskapital einer Organisation zu bewerten.
Obwohl seit der "Erfindung" der Methode also bereits einige Jahre vergangen sind, rückt die Methode nun in den Mittelpunkt eines Dialogs, der mit einem Artikel in der FAZ am 12. Mai seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Unter dem Titel "Wer hat die Wissensbilanz erfunden?" wirft der Jurist Prof. Volker Rieble dem deutschen Wissenschaftsministerium ein Plagiat vor: Die "Wissensbilanz - Made in Germany", die das Ministerium 2004 gemeinsam mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik erstmals vorstellte, mache sich angeblich Ideen und Modelle aus Skandinavien und Österreich zu eigen, ohne explizit darauf hinzuweisen. Die sachliche Notwendigkeit der Wissensbilanzierung stellt Rieble hingegen nicht in Frage.

Da dieser Streit mittlerweile schon einige Jahre schwelt, ist es an der Zeit, dieses Problem professionell, sachlich und unter Einbeziehung sozialer Medien zu lösen. Um der Frage "Wer hat's erfunden" endgültig auf den Grund zu gehen, hat Cogneon deshalb in Ahnlehnung an das GuttenPlag-Wiki ein WissensbilanzPlag-Wiki eingerichtet. Noch bis zum 30. Juli sind alle Wissenenden aufgerufen, ihr Wissen über die Entwicklungsgeschichte und Herkunft der Wissensbilanz zu teilen. Danach wird der Inhalt in einem Blog-Beitrag auf der Plattform der Gesellschaft für Wissensmanagement veröffentlicht. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Cogneon 2.0: Die Cogneon Akademie startet

Im Juni ist es soweit: Mit Präsenzkursen und Onlinemodulen nimmt die Cogneon Akademie im neuen Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement den Betrieb auf (zum Namen "Zukunftszentrum" mehr im nächstne Newsletter). Ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen unseres Projekts Cogneon 2.0, mit dem wir unser Geschäftsmodell fit für das zweite Jahrzehnt unseres Bestehens machen.
Im Fokus des Seminarprogramms der Cogneon Akademie  stehen zunächst das Expert Debriefing und der Web 2.0-Führerschein, die monatlich angeboten werden. Ab Herbst wird sich der Seminarkalender dann weiter füllen: In engem Dialog mit dem Knowledge Management Education Forum KMEF haben wir ein komplettes Curriculum für die Ausbildung zum "Knowledge Professional" entwickelt. Ziel des KMEF, das die amerikanischen Universitäten Kent State University und George Washington University angestoßen haben, ist es unter anderem, einen gemeinsamen, übergreifenden Wissensmanagement-Lehrplan festzulegen. Die einzelnen Lehrinhalte der Weiterbildung zum "Knowledge Professional" werden wir nach und nach in der Cogneon Akademie anbieten.

Premiere feiert unsere Akademie am  27. und 28. Juni mit der Expert Debriefing Moderatorenschulung. Am 29. Juni folgt das erste Treffen der "Expert Debriefing Benchmark Group" für erfahrene Moderatoren. Am 6. und 7. Juli steht dann der jeweils eintägige Web 2.0 Führerschein auf dem Programm, bei dem man den Umgang mit Werkzeugen wie Wikis, sozialen Netzwerken, dem eigenen Weblog, Microblogging, sozialen Lesezeichen, sozialen Bookmarks, sozialer Suche oder RSS-Feeds lernt.


Alle Seminar und Veranstaltungen finden im Cogneon Zukunftszentrum Wissensmanagement im Rilkepark in Nürnberg (Bucherstr. 79a) statt. Für die Anmeldung können Sie unser Online-Formular nutzen, Fragen beantwortet Ihnen gerne Marc Nitschke.

Do it yourself: After Action Review

Um etwas zu lernen, braucht man Zeit. Man muss sich auf das zu Lernende einlassen, muss es wiederholen, anwenden und durchdenken. Wäre dies nicht der Fall, dann würde es reichen, unseren Kindern Lehrpläne und Bücher in die Hand zu drücken und sie alleine machen zu lassen, anstatt sie jahrelang in die Schule zu schicken. Beim Thema Ausbildung ist dies (fast) jedem klar, doch auch im Arbeitsalltag braucht man Zeit zum Lernen. Lernrituale können dabei helfen:  Wer sich zum Beispiel angewöhnt, nach allen Aktivitäten, bei denen es etwas zu lernen gab - also zum Beispiel nach einem Telefonat, einer Besprechung, dem Schreiben eines Konzepts, dem Abschluss eines Projekt - kurz innezuhalten und sich Ablauf und Ergebnis noch einmal zu vergegenwärtigen, der kann für die nächste ähnliche Aufgabe viel mitnehmen.
Eine bewährte Methode hierfür ist die sogenannte After Action Review, ein Lerninstrument, das ursprünglich von der US-Armee entwickelt wurde, um Einsätze unmittelbar nach deren Ende im Team zu reflektieren (Einsatznachbesprechung) und sofort aus Erfolgen und Fehlern zu lernen.

Inzwischen hat die Methode auch im Projektmanagement Einzug gehalten. Ziel ist es, nach einer Aktivität Erfolgsfaktoren und Fehler aufzudecken, festzuhalten und für das nächste Mal seine Schlüsse daraus zu ziehen. Ganz leicht geht dies mit Hilfe einer kleinen Tabelle (2 Zeilen, 2 Spalten) in der man die folgenden vier Fragen beantwortet: 1. Was war der Plan? (Erwartungen)  2. Was ist wirklich passiert? (Wahrnehmung) 3. Warum gab es Abweichungen? (Soll-Ist-Vergelich) 4. Was kann ich daraus lernen? (Veränderung). Wer diese "Fälle" in einem eigenen Wiki dokumentiert, erhält nach und nach eine kleine, private Lessons-Learned-Datenbank, auf die er in Zukunft zurückgreifen kann.
Auch Peter F. Drucker, der Pionier der modernen Managementlehre, setzt auf eine solche Methode: Er schildert in seinem Artikel "My Life as a Knowledge Worker" sieben persönliche Erfahrungen, die ihn gelehrt haben, sich zu entwickeln, sich zu verändern und älter zu werden – ohne in der Vergangenheit stehen zu bleiben. Sein sechstes Erlebnis (6th experience) beschreibt eine der After Action Review verwandte Lernmethode jesuitischer Priester und calvinistischer Pastoren.

Termine: Kongress "Standortvorteil Wissen"

Am 19. und 20. Mai zogen die Verantwortlichen der 2004 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gestarteten Initiative ‚Fit für den Wissenswettbewerb’ Bilanz. Beim Kongress "Standortvorteil Wissen" wurden aktuelle Themen der Wissensgesellschaft diskutiert: Am ersten Tag diskutierten im Bundesministerium Praktiker und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Rolle, die das Wissen für deutsche Unternehmen spielt. Ein Thema war dabei auch die aktuelle Diskussion um die Ursprünge der Methode Wissensbilanz (s. Beitrag "Aus der Wissenschaft" in diesem Newsletter).
Der zweite Kongresstag fand dann im Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik statt und stellte in drei Themensessions die praktische Umsetzung von Wissensmanagement in Unternehmen in den Mittelpunkt.

19. und 20.05.2011: Kongress "Standortvorteil Wissen"  im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und im Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, Berlin

Weitere Termine: